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Sicherheit in Israel – Wie sicher ist eine Reise durch das Land?

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Die Sicherheit in Israel ist für Reisende ein ständiges Thema. Kein Wunder, der israelisch-arabische Konflikt sorgt schon seit Jahrzehnten für schreckliche Nachrichten. Mal liest man vom gegenseitigen Raketenbeschuss rund um den Gaza-Streifen, mal von Auseinandersetzungen von autonomen Palästinenser-Gebieten mit dem Israelischen Militär. Und nicht zuletzt von extrem erhitzen Gemütern der Ankündigung Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Berichtest du Freunden und Verwandten von deiner geplanten Rundreise durch Israel, wirst du sehr wahrscheinlich mit entsetzten Blicken und offenen Mündern konfrontiert: „Da ist doch Krieg!“, „Du musst lebensmüde sein!“ oder „Hättest du nicht einfach nach Mallorca fliegen können? Warum ausgerechnet Israel?“. Das sind sicherlich keine seltenen Anmerkungen des Gegenübers. Böse kann man Ihnen natürlich nicht sein, schließlich erschafft die mediale Berichterstattung diesen negativen Eindruck. Oder hast du im Fernsehen mal Bilder eines friedlichen Marktes in Jerusalem gesehen?


Schlechtes Timing für eine Israelreise

Wir selbst hatten mit unserer Rundreise ein denkbar schlechtes Timing erwischt: Eine Woche vor dem lang ersehnten Abflug nach Israel, kündigte der US-Präsident Trump an, Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Dazu muss man wissen, dass auch die Palästinenser Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen unabhängigen Staat Palästina ansehen. Dieser Konflikt besteht zwar schon seit sehr langer Zeit, doch Trumps Entscheidung gießt nun ordentlich Öl ist Feuer.


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Die Medien sprachen von einer sehr angespannten Lage und einigen Ausschreitungen. Das verunsicherte uns natürlich, schließlich hatten wir einen Aufenthalt in Jerusalem geplant und auch schon gebucht. Wir kontaktierten deshalb unsere Gastgeber in Jerusalem. Die Antwort war nur: „Macht euch keine Sorgen, hier ist es friedlich.

Die Medien versuchen nur wieder düstere Schlagzeilen zu verkaufen“. Wir entschieden uns also, die Buchungen nicht zu stornieren und uns vor Ort selbst ein Bild zu machen. Gegebenenfalls wären wir einfach früher nach Tel Aviv gefahren und hätten einige Orte ausgelassen. Und die Sicherheit in Israel? Wir wollten es herausfinden.


Israel tut alles für seine Sicherheit

In Israel gelandet, kommst du sehr früh mit den israelischen Sicherheitsvorkehrungen in Kontakt. So wurden einige Mitreisende bereits auf dem Weg vom Flugzeug zum Gate „abgefangen“ und zu ihrer Reise nach Israel befragt. Wer an dieser Stelle „Glück“ hatte, wird spätestens am Einreiseschalter mit etlichen Fragen durchbohrt.

Diese Fragen mögen nervig oder dir als Hindernis vorkommen, aber schon hier wird eben zur Sicherheit Israels beigetragen. Sei am Besten auf die Fragen vorbereitet und habe Buchungsbestätigungen und Rückflugticket griffbereit zu Hand. Mehr dazu findest du hier: Einreise Israel. Folgende Fragen wurden uns und anderen bei Ein- und Ausreise gestellt:


  • Warum reisen wir nach Israel?
  • Wie lange möchten wir bleiben? (mit Prüfung des Rückflugtickets)
  • Welche Orte in Israel möchten wir besuchen?
  • Wo übernachten wir?
  • Haben wir Freunde/ Bekannte in Israel?
  • Haben wir unsere Koffer selbst gepackt?
  • Sollten wir jemandem etwas mitbringen?
  • War das Gepäck zu irgendeinem Zeitpunkt unbeobachtet?
  • Haben wir Waffen dabei oder Gegenstände die als solche benutzt werden könnten?
  • Was machen wir beruflich?
  • Welche Religionen haben deine Eltern?
  • Wie viel Geld verdienst du?
  • und so weiter….

Ist Israel ein sicheres Reiseland?

Während deines Aufenthaltes in Israel wirst du noch mit etwas konfrontiert, was bei uns europäischen Touristen für verwunderte Blicke sorgt: Mit Maschinengewehren ausgerüstete Soldaten und Soldatinnen in Zivil, die auch in der Freizeit mit ihrem Gewehr unterwegs sind. Anders als bei uns, dürfen die Soldaten ihre Waffen auch mit nach Hause nehmen. Ja! Dort wird sogar gelehrt, das Gewehr stets an seiner Seite zu tragen – selbst nachts im Bett. Das mag für uns sehr außergewöhnlich sein, für Menschen in Israel gehört der Anblick von Soldaten und augenscheinlichen „Zivilisten“ mit Waffen jedoch zum Alltag.


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Gelegentlich wirst du auch Düsenjäger am Himmel sehen und hören. Was zuerst vielleicht einschüchternd wirkt, ist nichts weiter als ein Schutz aller Menschen in Israel. Dazu gehören auch die Metalldetektoren und Taschenkontrollen an den Eingängen von Einkaufszentren, Bahnhöfen und Sehenswürdigkeiten. Gerade durch diese Sicherheitsvorkehrungen gilt Israel als sicheres Land für Reisende – egal ob du Israel auf eigene Faust oder mit dem Mietwagen bereisen möchtest, als Frau alleine unterwegs bist oder vor hast, das Nachtleben in Tel Aviv auszukosten.

Man muss dazu sagen, dass in den vergangenen 60 Jahren noch keinem Tourist in Israel oder Palästina etwas zugestoßen ist. Objektiv betrachtet sind diese Gebiete absolut sicher. Dazu gab es ein interessantes Interview mit der Zeitung „Welt“ und dem  Theologen Georg Roessler, der seit 1988 in Jerusalem lebt. Hier geht es zum ganze Interview zum Thema „Sicherheit in Israel“.

„Stellen wir uns vor, es gäbe in Berlin-Kreuzberg eine Demonstration mit brennenden Autoreifen und die gesamte ausländische Presse wäre anwesend und würde darüber berichten. Müssten Fernsehzuschauer in anderen Ländern dann nicht auch denken, die ganze Bundesrepublik stünde in Flammen?“

Theologen Georg Roessler

„Problemgebiete“ in Israel

Trotz allen Bemühungen der israelischen Polizei und dem Militär, solltest du dennoch manche Gegenden meiden bzw. dich vorher gut über die aktuelle Lage erkundigen. Das gilt für die Region rund um den Gazastreifen, Palästinensergebiete wie Jericho, Bethlehem, Nablus und Hebron. Viele Mietwagenfirmen verbieten dir zudem die Fahrt in diese Regionen.

Das liegt nicht daran, dass man in diesen Gebieten Touristen gegenüber feindselig ist, sondern am israelischen Autokennzeichen. Die Gefahr „aus Versehen“ zwischen die Fronten zu geraten, ist hier am höchsten. Daher solltest du unbedingt vorab die aktuelle Lage checken. Solltest du dir bei manchen Gegenden unsicher sein, spreche das am besten gleich bei Fahrzeugannahme mit der Mietwagenfirma ab.


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Das gilt übrigens auch für den Tempelberg und Ölberg in Jerusalem. Hier kam es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen. Musst du deshalb auf einen Besuch der heiligen Stadt verzichten? Bloß nicht! Man muss sich vor Augen halten, dass solche Ausschreitungen nicht die Regel, sondern die Ausnahme sind.

Sollte es während deines Besuches tatsächlich soweit kommen, informiere dich in der Unterkunft und in Touristeninformationen, welche Gebiete du meiden solltest. Diese werden bei „Problemen“ eh von den Einsatzkräften sofort großräumig abgesperrt, so dass du nicht versehentlich zwischen die Fronten geraten kannst.


Kriminalität in Israel allgemein

Israel ist in Sachen Kleinkriminalität wie z.B. Taschendiebstahl nicht gefährlicher als andere Länder. Wie auch in Berlin und Barcelona solltest du besonders an touristischen Orten auf deine Taschen achten. Wertgegenstände gehören immer in den Hotelsafe. Auch nach dem Check-Out sollten diese nicht in deinem Koffer im Gepäckaufbewahrungsraum bleiben.

Wenn du mit gesundem Menschenverstand durch Israel reist, sollte dir nichts passieren. Wir übernehmen natürlich keinerlei Haftung, schildern hier lediglich unsere Eindrücke. Es kann immer und überall auf der Welt etwas passieren.


So haben wir uns gefühlt

Wir haben uns zu keiner Sekunde unsicher gefühlt – ganz im Gegenteil! Wir haben Israel als extrem gastfreundliches Land kennengelernt. Die sehr hilfsbereiten und fröhlichen Menschen haben einen großen Anteil daran, warum wir uns in diesem Land so wohl gefühlt haben. An die vielen Sicherheitsvorkehrungen gewöhnt man sich sehr schnell, besonders wenn man bedenkt, dass sie auch zur eigenen Sicherheit beitragen.

Während unserer Woche in Israel wurden übrigens etliche Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgeschossen. Von 24 Raketen im Jahr 2018 (zu diesem Zeitpunkt) wurden alleine 18 Stück in dieser einen Woche abgefeuert. Was wir davon mitbekommen haben? Nichts. Die meisten Raketen werden von der Armee noch in der Luft abgefangen.

Dennoch kann es zu einem Raketenalarm kommen. Dann ertönen Sirenen, die dich auffordern, in einen Schutzraum zu gehen. Aber auch hier brauchst du dir eigentlich keine Sorgen machen. Schutzräume sind weit verbreitet. Achte darauf, wohin sich die Einheimischen bewegen. Und nochmal: die Menschen dort sind immer bereit zu helfen.


Apps für Raketenangriffe?

Mittlerweile gibt es auch Apps (Apple: Red Alert Israel iPhone / Android: Red Alert Israel PlayStore) die vor Raketenangriffen warnen und die Sicherheit in Israel gewährleisten sollen. So bekommst du (bei aktiver Internetverbindung) direkt eine Nachricht auf dein Smartphone. Die App ist aber kein Muss, die Behörden verschicken auch Warn-SMS direkt an die Menschen in den gefährdeten Gebieten. Das funktioniert auch ohne Internetverbindung, es darf jedoch nicht der Flugmodus aktiviert sein.


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Israel mag natürlich nicht mit Mallorca vergleichbar sein, doch es wäre wirklich schade, dieses reizvolle Land nicht zu bereisen. Wir empfanden Israel als sehr sicherer Reiseland. Die vielen Sicherheitsvorkehrungen und die Bereitschaft der Soldaten mögen auf der ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, doch bringt im zweiten Moment auch ein Gefühl von Sicherheit mit sich.

Wer, wie in anderen Ländern auch, mit gesundem Menschenverstand durchs Land reist, wie eine grandiose Zeit haben. Wir sind sehr sehr froh die Reise doch angetreten zu haben. Wir haben so viel erlebt und nette Bekanntschaften geschlossen. Lasst euch diese tolle Reiseziel nicht entgehen, es lohnt sich!



Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Beitrag weiterhelfen konnten. Auf unserer Israel Länderseite findest du noch viele weiter Tipps und Berichte zu unserer Rundreise durch Israel. Auch Themen wie DrohneAutofahren in Israel, Israel Sehenswürdigkeiten und Kosten sprechen wir an.

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