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Sicherheitstipps für Kreditkarten – So schützt du dich vor Kartenmissbrauch

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Januar 28, 2017

Nachdem wir in unserem Kreditkartenvergleich für dich die beste Reise-Kreditkarte rausgesucht haben, reden wir heute über den richtigen Umgang mit EC- und Kreditkarte.


1. Was wenn….?

…du die Kreditkarte verloren hast? Oder sie dir gestohlen wurde?

Ganz egal ob du die Karte verloren hast oder sie dir geklaut wurde, das wichtigste ist nun SOFORT die Karte sperren lassen! Rufe umgehend bei deiner Bank an, oder wähle die allgemein gültige Notfallnummer 116 116. Aus dem Ausland musst du noch eine 0049 vorwählen (0049 166 166). Alternativ kannst du auch die Rufnummer +49 30 4050 4050 wählen, sie soll besonders im Ausland eine bessere Erreichbarkeit bieten. Anschließend Ruhe bewahren! Solltest du nicht grob fahrlässig gehandelt haben, so ist die Bank verpflichtet den Schaden zu ersetzten. Und Aufregung bringt nun auch nichts. Anschließend ist auch ein Anruf bei deinem Kreditkartenherausgeber Pflicht. Dort erfährst auch wie du dein Geld zurück bekommst.

…du Abbuchungen auf der Abrechnung findest, die du nicht selbst getätigt hast?

Auch hier solltest du ganz schnell tätig werden. Die Kreditkarte sollte umgehend gesperrt werden! Nur so können weitere, unautorisierte Transaktionen verhindert werden. Am besten meldest du dich umgehend bei deiner Bank und sprichst mit dem Kundenservice alle nötigen Schritte durch. Die Bank wird dir anschließend eine neue Kreditkarte zuschicken. Denke daran die nicht von dir getätigten Transaktionen bei deiner Bank zu reklamieren und einzufordern.

Die Reklamation erfolgt meist durch ein Formular. Bei der DKB ist folgendes zu beachten: DKB Reklamation von Umsätzen

Tipp: Schaue im Urlaub regelmäßig die Kreditkartenumsätze an (mind. 1x die Woche). So erkennst du Kartenmissbrauch viel eher als wenn du auf die Kreditkartenabrechnung warten würdest.

…Kreditrahmen nicht ausreicht?

Du kannst durch Überweisungen auf die Kreditkarte deinen Verfügungsrahmen erhöhen. Tatsächlich den Kreditrahmen solltest du nur erhöhen, sofern du regelmäßig an die Grenzen des voreingestellten Betrages gelangst. Wir empfehlen einen Kreditrahmen von 500€. Wir haben jedoch auch mehrere Kreditkarten, so dass sich die Umsätze auf mehrere Karten aufteilen. Dennoch raten wir dazu, die Kreditkarte lieber regelmäßig mit Überweisungen aufzuladen als ein hohes Limit zu wählen.

…der Automat kein Geld auswirft?

Auf jeden Fall skeptisch werden! Es könnte sich um eine bekannte Masche namens „Cash Tapping (Geldfalle) von Betrügern handeln. Dabei wird der Ausgabeschacht so präpariert, dass das ausgegebene Geld an einem doppelseitigen Klebestreifen haften bleibt. Meist schaltet der Geldautomat auf Störung. Nachdem der Kunde seine Karte entnommen und sich entfernt hat, kommen die Betrüger und nehmen das Geld aus dem Schacht. Daher ist es ratsam sich nicht vom Automaten zu entfernen, den Ausgabeschacht auf Manipulation prüfen und jemanden bitten in der Bank Bescheid zu sagen oder die Polizei zu rufen. An dieser Stelle sollest du dich von „helfenden Passanten“ auch nicht beirren lassen.

…der Automat die Karte einbehält?

Auch hier solltest du skeptisch werden. In dieser Situation solltest du dich nicht vom Automaten entfernen ehe du Hilfe von einem offiziellen Bankmitarbeiter (!) bekommen hast oder du bei deiner Bank angerufen hast, um die Karte (temporär) sperren zu lassen.

… weder Geldabheben noch Kartenzahlungen funktionieren?

Wahrscheinlich wurde deine Kreditkarte gesperrt. Manchmal sperren deutsche Banken bei verdächtigen Transaktionen die Karte vorsorglich. Selbst von dir getätigte Geldabhebungen aus einem fremden Land können als verdächtig eingestuft werden. Deshalb solltest du deine Bank/ Kreditkartenherausgeber unbedingt vor Urlaubsantritt über deine Reise berichten. Ob die Karte tatsächlich gesperrt ist, erfährst du mit einem Anruf bei deinem Kreditkartenherausgeber.

… die Kreditkarte gestohlen/ gesperrt wurde und ich an kein Geld komme?

Zuerst: Ruhe bewahren! Hyperventilieren oder wie ein verrückt gewordenes Huhn im Zimmer umher zu rennen macht die Sache nicht besser. Selbst wenn man zwei Kreditkarten für eine Weltreise zur Hand hat, sollte man immer Bargeld in Euro oder besser in Dollar als Notgroschen dabei haben. Damit kann man eine gewisse Zeit überbrücken. Die DKB und Comdirect bietet ein sogenanntes „Notfall-Geld“ an. Die Banken versorgt dich in dieser Situation mit Bargeld. Die DKB hat zudem eine „Notfall Kreditkarte“ die auch in Ausland geliefert wird.

Unabhängig der Serviceleistungen der Banken hast du die Möglichkeit Geld über die Western Union Bank zu transferieren. Bei dieser Bank kann jeder Geld einbezahlen, welches in nahezu jedem Land der Erde als Bargeld abgeholt werden kann.

Beispiel: Du bist gerade in Thailand, deine Karte wurde gesperrt und eine Bargeldreserven aufgebraucht. Glückwunsch erstmal zu dieser beschissenen Situation! Jedenfalls kann jemand bei der Western Union Bank Geld einbezahlen. Das geht ganz einfach online per Kreditkarte oder Sofortüberweisung. Diese Summe kannst du nun vor Ort in einer Western Union Bank als Bargeld abholen. Wobei „Bank“ ist in diesem Zusammenhang wohl eher das falsche Wort ist, meist sind es nur kleine Wechselstuben. Doch diese schwarzen-gelben Stuben gibt es nahezu in jedem Land oder Touristenort. Die Gebühren für den Geldtransfer sind übrigens von der Summe abhängig.

Western Union: Geld senden per Western Union

…die Karte nicht gelesen werden kann

Solltest du das Problem öfter haben, so ist wahrscheinlich der Magnetstreifen beschädigt. Du kannst versuchen den Streifen mit einem weichen Tuch zu reinigen. Auch liest man öfter den Tipp den Magnetstreifen mit einem Radiergummi (der nicht schmiert!) sauber zu rubbeln. Definitiv ein Versuch wert bevor du dir eine neue Karte besorgst.

Hast du die Probleme jedoch nur an einem Geldautomaten, so solltest du zuerst andere Automaten testen bevor du dir eine neue Karte besorgst.


2. So funktioniert Kartenmissbrauch

Bevor wir zu den Sicherheitstipps kommen, müssen wir zuerst wissen vor was wir uns überhaupt schützen müssen. Dafür ist es wichtig die Machenschaften der Betrüger zu kennen. Da der Ideenreichtum solcher Menschen unendlich zu sein scheint, würde eine Aufzählung hier definitiv den Rahmen sprengen. Aber das Ziel ist immer das selbe: Das stehlen der Karte oder der Kartendaten und stehlen der PIN.

Die Kreditkarte oder EC-Karte wird gestohlen

Manchmal passiert es ganz schnell. Einmal nicht aufgepasst und schwubbs ist der Geldbeutel weg. Mit einem Ablenkungsmanöver wurden auch schon Karten direkt aus dem Automaten geklaut. Der Langfinger kann nun die Karte in Geschäften und Restaurants nutzen. Denn in manchen Geschäften muss nicht der PIN eingegeben werden, sondern es reicht eine banale Unterschrift als Autorisierungsmaßnahme aus. Auch Online kann die Karte genutzt werden. Besonders EC-Karten sind gefährdet! Denn anders als Kreditkarten haben EC-Karten kein Kartenlimit, außerdem stehen auf EC-Karten alle Details für eine nötige Lastschriftzahlung drauf. Kreditkarten können nur in Onlineshops eingesetzt werden, die nicht den neuen Sicherheitsstandard namens „3D-Secure“ einsetzten. Bei diesem Sicherheitsstandard muss vor Kaufabschluss ein PIN eingegeben werden. In Deutschland wird dieser Standard zwar täglich ausgebaut, doch besonders ausländische Onlineshops haben diesen oft (noch) nicht integriert.

Kartendaten werden für Onlinekäufe oder zum Erstellen von Kartenkopien genutzt

Für die Betrüger ist es deutlich sicherer nicht in aller Öffentlichkeit die original Karte zu stehlen, sondern einfach die Kartendaten auszulesen. Dies Daten können für Onlinekäufe genutzt werden oder um Kopien von der original Karte zu erstellen. Um ein Duplikat erstellen zu können brauchen die Betrüger die Kartendaten und bestenfalls den PIN. Das geht hauptsächlich über zwei Methoden:

a) Stehlen der Kartendaten über einen unsicheren Onlineshop

Im Zahlungsprozess gibt man alle relevanten Kartendaten ein, entsprechend gerne schauen Betrüger auf diese Daten. Die Daten sind jedoch nicht pauschal gefährdet! Sondern nur wenn die Übermittlung der Zahlungsdetails über eine unsichere Verbindung erfolgt. Ob das der Fall ist siehst du oben links neben der Adresszeile. Dort sollte bei Onlinegeschäften immer (!) ein grünes Schloss zu sehen sein. Nur so werden deine Daten verschlüsselt übertragen und somit für Dritte nutzlos. Ansonsten können mit den gestohlenen Daten nur Online-Käufe getätigt werden. Ohne PIN kann kein Geld abgehoben werden.

 

SSL Verschlüsselung

So muss das bei jedem Onlineshop aussehen. Ein grünes Schloss symbolisiert eine sichere Verbindung. Onlineshops die kein grünes Schloss aufweisen sind potentiell unsicher.


b) Stehlen der Kartendaten über manipulierte Geräte

Die Kartendaten sind bei Geldkarten immer auf dessen Magnetstreifen gespeichert. Doch wie werden diese unbemerkt ausgelesen? Ganz einfach: Entweder an manipulierter Geldautomaten oder bei Kartenzahlung an manipulierten Terminals.

An manipulierten Geldautomaten ist ein kleines Lesegerät vor oder im Karteneinzugsschacht installiert. Der PIN wird entweder von einer kleine Kamera aufgezeichnet oder über ein zweite PIN Eingabetastatur, welche auf der eigentlichen Tastatur liegt, abgegriffen. Neuerdings kann selbst das Netzwerk der Automaten angezapft werden. Der Geldautomat tauscht bei jeder Geldabbuchung über das Netzwerk der Bank bzw. des Kreditkartenanbieters relevante Daten aus. Dabei werden auch die Kartendaten übermittelt. Diese Daten können mittlerweile abgehört werden. Besonders einfach geht das, wenn der Geldautomat mittels (schlecht geschütztem) WLAN mit dem Netzwerk kommuniziert. Wie du dich dagegen schützen kannst, erfährst du im nächsten Kapitel.

Die Daten können aber auch bei einer Kartenzahlung kopiert werden. Während sich Kriminelle in Deutschland eher an den Geldautomaten zu schaffen machen, so werden im Ausland auch mal die Kartenterminals manipuliert (das sieht dann so aus: Men Place Card Skimmer). Die Karten können auch in Restaurants und Geschäften ausgelesen werden. Zum Beispiel wenn man der Bedienung am Tisch die Karte gibt und keine Einsicht in den eigentlichen Zahlungsprozess an der Kasse hat.

Mit den so erhaltenen Kartendaten fertigen die Täter Kopien der Karte an, die sie anschließend an Geldautomaten im Ausland belasten. Zukünftig sollen diese Betrügerin durch einen EMV-Chip erschwert werden. Dieser Chip soll den unsicheren Magnetstreifen ersetzten. In Deutschland wird bereits mit diesem Sicherheitsverfahren gearbeitet, weswegen die kopierten Karten nur im Ausland genutzt werden können. Trotzdem sind auch die neuen Karten mit einem Magnetstreifen versehen, denn gerade im Ausland wird dieser weiterhin benötigt. Und so lange Karten mit einem unsicheren Magnetstreifen ausgestattet sind (und das wird noch sehr sehr lange so sein), so lange sind EC- und Kreditkarten gefährdet.

Interessant: So funktioniert die Technik hinter Automaten Skimming (Englisch):
Trustfoundry.net – Manipulierter Automat entdeckt: Wie funktioniert die Technik dahinter?

Mit diesem Artikel möchten wir auf keinen Fall Ängste schüren, wir wollen lediglich für das Thema Kartenmissbrauch sensibilisieren. Dabei richtet sich das Thema nicht nur an Kreditkarten Besitzer, sondern auch an Besitzer herkömmlicher EC- Girokarten. Wie du dich am besten vor Kartenmissbrauch schützt kannst du im nachfolgenden Kapitel lesen.

12. Sicherheitstipps für Kreditkarten (und EC-Karten)

Um es Betrügern etwas schwerer zu machen, solltest du folgende Punkte beherzigen:

  • Bewahre deine Karten immer an einem sicheren Ort auf und niemals zusammen mit dem PIN
  • Kein Safe im Zimmer? Nimm die Karten lieber mit und trage sie eng am Körper
  • Trage den Geldbeutel niemals in der Gesäßtasche. Am besten sogar in einer separaten Tasche/ Geldbeutel
  • Nutze die Karten so selten wie möglich und nur so oft wie nötig
  • Schirme bei PIN-Eingabe unbedingt das Ziffernfeld gut ab
  • Lasse dich während der Nutzung der Karte niemals ablenken oder in ein Gespräch verwickeln
  • Nehme niemals Hilfe von fremden Personen an, besonders nicht wenn dir etwas komisch vorkommt.
  • Lasse deine Karte auch bei Bezahlung in Geschäften und Restaurants niemals aus den Augen
  • Nutze möglichst nur Geldautomaten in Banken (bestenfalls nur während der Öffnungszeiten)
  • Nutze niemals freistehende Geldautomaten (frei stehend= nicht in Wand eingebaut)
  • Prüfe die Geldautomaten auf Manipulationen. Rüttel und ziehe kräftig an Karteneinschub und Tastatur
  • Kontrolle regelmäßig Kontobewegungen und die Kreditkartenabrechnung
  • Wähle kein zu hohes Kreditkartenlimit und lade sie stattdessen mit Guthaben auf
  • Tätige keine Onlinegeschäfte im WLAN von Cafés, Restaurant oder Flughäfen
  • Benachrichtige die Bank über deinen Auslandsaufenthalt
  • Gebe deine Telefonnummer bei der Bank an. Sie wird dich bei Ungereimtheiten kontaktieren
  • Notiere dir die Sperrnummer für den Notfall (116 116 – Ausland: 0049 166 166)
  • Achte bei Onlineeinkäufe auf das grüne Schlosssymbol neben der Adresszeile

SSL Verschlüsselung

So muss das bei jedem Onlineshop aussehen. Ein grünes Schloss symbolisiert eine sichere Verbindung. Onlineshops die kein grünes Schloss aufweisen sind potentiell unsicher.


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