Island und Zelten passt einfach richtig gut zusammen. Wenn du gern draußen unterwegs bist und Natur hautnah erleben möchtest, ist Camping in Island eine richtig gute Wahl. Gerade im Sommer ist das Zelten hier überraschend unkompliziert und gut organisiert.
Wir haben uns auf unserer Island Rundreise bewusst für das Zelt entschieden und komplett auf Hotels verzichtet. Zum einen wegen des Abenteuers, zum anderen weil Unterkünfte auf Island wirklich teuer sind. Wenn du wissen möchtest, mit welchen Kosten du ungefähr rechnen musst, schau gern in unsere Übersicht: Kosten auf Island.
Zelten in Island können wir absolut empfehlen. Für uns war es eine der schönsten Arten, die Insel zu erleben. Du bist flexibel, wachst mitten in der Natur auf und hast oft spektakuläre Landschaften direkt vor deinem Zelt. Mit über 200 Campingplätzen findest du außerdem fast überall einen Platz zum Übernachten.
Damit dein Campingtrip auf Island wirklich entspannt wird, verraten wir dir hier, worauf du beim Zelten achten solltest und welche Tipps dir unterwegs viel Stress ersparen können. Viel Spaß beim Stöbern!
1. Lohnt sich Zelten auf Island überhaupt?
Ja, absolut. Gerade im Sommer ist Zelten auf Island eine der schönsten Möglichkeiten, die Insel zu erleben. Du bist deutlich flexibler unterwegs als mit Hotels, kannst spontaner auf Wetter und Straßenbedingungen reagieren und wachst oft mitten in spektakulärer Natur auf. Genau das macht Island als Campingziel so besonders.
Für uns war schnell klar, dass wir komplett auf Hotels verzichten wollten. Zum einen wegen des Abenteuers, zum anderen wegen der hohen Unterkunftspreise auf Island. Campingplätze sind deutlich günstiger und mit über 200 Plätzen findest du entlang der Ringstraße fast überall eine Übernachtungsmöglichkeit.
Trotzdem solltest du Island nicht unterschätzen. Das Wetter kann extrem schnell umschlagen. Selbst im Sommer hatten wir kalte Nächte, Regen und starken Wind. Mit gutem Equipment und etwas Vorbereitung ist das aber überhaupt kein Problem. Für uns war Camping am Ende definitiv die beste Entscheidung für diese Reise.

2. Darf man auf Island wildcampen?
Viele verbinden Island automatisch mit komplett freiem Wildcampen mitten in der Natur. Ganz so einfach ist es heute allerdings nicht mehr. Die Regeln wurden in den letzten Jahren deutlich verschärft, weil viele Reisende die Natur nicht respektiert haben und immer mehr Flächen beschädigt wurden.
Vor allem mit Campervan, Wohnmobil oder Dachzelt darfst du nicht einfach irgendwo übernachten. Dafür musst du offizielle Campingplätze nutzen oder die Erlaubnis des jeweiligen Grundstücksbesitzers haben.
Mit einem kleinen Zelt gibt es zwar einzelne Ausnahmen für eine Nacht in abgelegenen Gebieten ohne Campingplatz in der Nähe, praktisch lohnt sich das für die meisten Reisenden aber kaum noch. Viele Flächen auf Island sind privat, Nationalparks haben eigene Regeln und gerade in beliebten Regionen wird stärker kontrolliert als früher.
Wir waren deshalb ausschließlich auf offiziellen Campingplätzen unterwegs und würden das auch jederzeit wieder so machen. Gerade nach langen Fahrtagen waren Duschen, Toiletten, Küchen oder warme Aufenthaltsräume einfach Gold wert. Außerdem reist du damit deutlich entspannter und respektvoller gegenüber der Natur.

3. Wie funktionieren Campingplätze auf Island?
Campingplätze findest du auf Island wirklich fast überall. Gerade entlang der Ringstraße musst du dir in der Hauptsaison normalerweise keine großen Sorgen machen, spontan einen Platz zu finden. Genau diese Flexibilität fanden wir richtig angenehm.
Die Ausstattung unterscheidet sich allerdings teilweise deutlich. Manche Campingplätze bestehen einfach nur aus einer Wiese mit Toiletten, andere bieten Küchen, Duschen, Aufenthaltsräume, Waschmaschinen, Stromanschlüsse und sogar WLAN.
Bezahlt wird meistens direkt vor Ort. Teilweise gibt es eine kleine Rezeption, manchmal kommt abends jemand vorbei und kassiert. Oft kannst du sogar einfach per Karte bezahlen. Reserviert haben wir fast nie und trotzdem immer einen Platz gefunden.
Was wir auf Island wirklich schnell gemerkt haben: Man freut sich nach kalten oder regnerischen Tagen extrem über einen warmen Aufenthaltsraum oder eine heiße Dusche. Genau deshalb würden wir beim nächsten Mal auch wieder offizielle Campingplätze wählen.
Campingplätze sind übrigens meistens sehr ruhig und entspannt. Viele Reisende stehen früh auf und sind nach langen Tagen unterwegs ziemlich erledigt. Nach 22 Uhr wird es deshalb oft deutlich ruhiger. Lass deinen Platz sauber zurück, nimm Rücksicht auf andere Camper und halte etwas Abstand zum Nachbarzelt. Gerade bei vielen Abspannseilen auf engem Raum wird man sonst schnell selbst zur Gefahr. Wir sprechen da aus Erfahrung.

4. Was kostet Zelten auf Island?
Camping ist auf Island deutlich günstiger als Hotels oder Ferienwohnungen, komplett billig wird die Reise dadurch aber trotzdem nicht. Die meisten Campingplätze kosten ungefähr zwischen 1500 und 2500 ISK pro Person und Nacht. Extras wie Duschen, Waschmaschinen oder Strom kommen oft noch dazu.
Trotzdem kannst du mit Camping auf Island richtig viel Geld sparen. Gerade Unterkünfte sind auf der Insel extrem teuer, besonders während der Sommermonate. Für uns war Zelten deshalb die perfekte Möglichkeit, länger und flexibler durch Island zu reisen.
Zusätzlich solltest du natürlich Kosten für Mietwagen, Sprit, Essen und Campingausrüstung einplanen. Wenn du einen kompletten Überblick suchst, schau unbedingt auch in unseren Beitrag zu den Island Kosten.
5. Lohnt sich die Camping Card?
Wenn du mehrere Nächte auf Campingplätzen übernachtest, kann sich die Camping Card auf Island definitiv lohnen. Mit der Karte kannst du auf vielen teilnehmenden Campingplätzen ohne zusätzliche Übernachtungskosten campen.
Für uns hatte sich die Karte damals schon nach wenigen Nächten gerechnet. Gerade bei einer längeren Rundreise spart man damit schnell einiges an Geld. Extras wie Duschen, Waschmaschinen oder Strom sind allerdings meistens nicht enthalten. Auch die isländische Tourismussteuer zahlst du zusätzlich (400 ISK pro Zelt).
Wichtig ist außerdem, dass nicht alle Campingplätze auf Island bei der Camping Card mitmachen. Gerade kleinere oder sehr beliebte Plätze musst du oft trotzdem normal bezahlen. Informiere dich deshalb vorher genau, welche Campingplätze enthalten sind und ob die Route für dich überhaupt passt.
Informationen zur Camping Card
- Kosten: 179 € (nur für 1 Zelt/Camper/Van)
- Gültig für: 2 Erwachsene und 4 Kinder bis 16 Jahre (bis zu 28 Nächte)
- Zeitraum: Mai/Juni bis 15. September
- Shop: hier online erwerben

6. Beste Reisezeit zum Zelten auf Island
Die beste Zeit zum Zelten auf Island ist ganz klar der Sommer zwischen Juni und August/September. Dann sind fast alle Campingplätze geöffnet, die Temperaturen am angenehmsten und auch viele Hochlandstraßen befahrbar.
Gerade die langen Tage im Sommer machen Camping auf Island richtig besonders. Teilweise wird es nachts kaum dunkel und du sitzt noch spät abends vor dem Zelt mit Blick auf Berge, Wasserfälle oder Lavafelder.
Trotzdem darfst du dich nicht von den Sommermonaten täuschen lassen. Selbst im Juli oder August kann das Wetter plötzlich umschlagen. Regen, Sturm und kalte Nächte gehören auf Island einfach dazu.
Im Frühling und Herbst kannst du ebenfalls campen, brauchst dafür aber deutlich wärmere Kleidung und besseres Equipment. Im Winter würden wir Zelten auf Island nur sehr erfahrenen Outdoor Reisenden empfehlen.
☞ Beste Reisezeit Island – Infos zu Klima, Polarlichter & Hochland

7. Wetter beim Zelten auf Island
Das Wetter ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt beim Zelten auf Island. Viele denken zuerst an Regen oder Kälte, tatsächlich war für uns aber vor allem der Wind die größte Herausforderung.
Es gab Nächte, in denen das Zelt dauerhaft unter Spannung stand und der Wind extrem stark war. Genau deshalb solltest du auf ein stabiles, möglichst windschnittiges Zelt achten und gute Heringe sowie vernünftige Abspannseile dabeihaben.
Auch die Temperaturen solltest du nicht unterschätzen. Selbst im Sommer hatten wir nachts oft nur wenige Grad über Null. Ohne guten Schlafsack und vernünftige Isomatte hätten wir deutlich schlechter geschlafen.
Außerdem kann das Wetter auf Island innerhalb weniger Stunden komplett wechseln. Sonne, Regen, Sturm und blauer Himmel wechseln sich teilweise mehrfach am Tag ab. Behalte deshalb Wetterwarnungen und Straßensperrungen immer im Blick und höre auf die Hinweise der Einheimischen (Empfehlung dafür: Safe Travel).

8. Das richtige Zelt für Island
Das richtige Zelt ist auf Island wirklich entscheidend. Vor der Reise hatten wir selbst kaum Erfahrung mit Outdoor Equipment und mussten uns erstmal intensiv einlesen. Gerade auf Island sollte ein Zelt vor allem windstabil, wasserdicht und möglichst unkompliziert im Aufbau sein.
In vielen Facebook Gruppen lasen wir Geschichten von billigen Zelten, die nachts fast weggeflogen sind oder bei Dauerregen komplett aufgegeben haben. Genau darauf hatten wir ehrlich gesagt überhaupt keine Lust. Schließlich wollten wir unsere erste richtige Outdoor Reise genießen und nicht nachts panisch das Zelt festhalten müssen.
Am Ende entschieden wir uns für das ultraleichte Trekkingzelt Trek Escape*, das nur rund 1,7 Kilogramm wiegt und trotzdem überraschend stabil war. Besonders wichtig fanden wir die flache, windschnittige Form. Gerade bei starkem Wind hat man schnell gemerkt, warum das auf Island so entscheidend ist.
Außerdem würden wir immer empfehlen:
- stabile Heringe mitzunehmen
- zusätzliche Abspannseile dabeizuhaben
- das Zelt möglichst windgeschützt aufzubauen
- die schmale Seite in Windrichtung zu stellen
Denn auf Island entscheidet gutes Equipment oft darüber, ob eben Camping Spaß macht oder komplett anstrengend wird. Übrigens: Wir nutzen das Zelt auch 8 Jahre später noch für unsere Outdoor-Reisen und lieben es. Es ist natürlich kein geräumiges Zelt mit viel Platz, aber es hält, was es verspricht und ist super schnell auf- und abgebaut.

9. Isomatte, Schlafsack und wichtige Ausrüstung
Mindestens genauso wichtig wie das Zelt sind Schlafsack und Isomatte. Gerade die Nächte auf Island haben wir anfangs unterschätzt. Selbst im Sommer wurde es bei uns oft richtig kalt.
Wir wollten deshalb keine dünnen Standard Isomatten mitnehmen, aber auch keine riesigen Luftmatratzen transportieren. Am Ende entschieden wir uns für selbstaufblasende Isomatten*, die leicht, klein verpackbar und trotzdem bequem waren. Für den Komfort hatten wir zusätzlich noch unsere kleinen Reisekissen* mit dabei.
Noch wichtiger war allerdings der Schlafsack. Gerade wenn du schnell frierst, solltest du hier lieber etwas wärmer planen. Unser Schlafsack* war offiziell für Temperaturen um 0 bis 5 Grad ausgelegt und trotzdem gab es Nächte, in denen uns ziemlich kalt wurde. Rückblickend würden wir wahrscheinlich sogar noch etwas wärmere Modelle wählen.
☞ Unsere komplette Packliste für Island findest du hier

10. Unsere Erfahrungen beim Zelten auf Island
Rückblickend war Zelten auf Island für uns definitiv eines der größten Highlights der Reise. Morgens mitten in der Natur aufzuwachen, abends noch lange vor dem Zelt zu sitzen und diese unglaublichen Landschaften direkt vor der Tür zu haben, war einfach richtig besonders.
Natürlich lief nicht immer alles perfekt. Es gab kalte Nächte, starken Wind und Momente, in denen wir einfach nur froh waren, endlich auf einem Campingplatz anzukommen und eine heiße Dusche zu haben. Genau das gehört auf Island aber irgendwie dazu und hat unser Abenteuer ausgemacht.
Was uns überrascht hat: Wie unkompliziert Camping auf Island am Ende wirklich war. Vor der Reise hatten wir deutlich mehr Respekt davor. Mit vernünftigem Equipment, etwas Planung und gesundem Menschenverstand ist das aber absolut machbar, auch wenn man kein Outdoor Profi ist.
Besonders schön fanden wir die Flexibilität. Wir konnten unsere Route spontan anpassen, länger an Orten bleiben oder weiterfahren, wenn das Wetter schlecht wurde. Genau das würden wir bei einer Island Reise jederzeit wieder genauso machen.

11. Wichtige Tipps für Island Camping
Beim Zelten auf Island gibt es ein paar Dinge, die dir unterwegs wirklich viel Stress ersparen können. Das Wichtigste ist: Behalte immer das Wetter im Blick. Gerade Wind und Sturm werden auf Island oft unterschätzt. Für unsere erste Nacht war damals sogar so schlechtes Wetter angesagt, dass wir uns spontan lieber eine Unterkunft gesucht haben.
Außerdem würden wir dir empfehlen:
- immer genug Snacks und Wasser dabeizuhaben
- möglichst früh auf Campingplätzen anzukommen
- warme Kleidung griffbereit zu haben
- nasse Sachen regelmäßig trocknen zu lassen
- niemals im Zelt zu kochen
Gerade Letzteres ist wichtig. Das Material vieler Zelte ist extrem leicht entflammbar und bei schlechtem Wetter unterschätzt man schnell die Gefahr. Und auch wenn Camping auf Island oft sehr frei wirkt: Hinterlasse deinen Platz immer sauber und respektiere die Natur. Genau das wird auf Island mittlerweile deutlich ernster genommen als früher.
12. Häufige Fragen
Muss man Campingplätze auf Island vorher reservieren?
In der Hauptsaison kann das bei beliebten Orten sinnvoll sein. Wir haben allerdings fast alles spontan gemacht und trotzdem immer einen Platz gefunden.
Kann man auf Island kostenlos zelten?
Offiziell nur sehr eingeschränkt. Wildcampen ist mittlerweile stark reguliert und oft verboten. Mit Campervan, Wohnmobil oder Dachzelt ist freies Übernachten außerhalb offizieller Plätze grundsätzlich verboten.
Mit einem kleinen Trekkingzelt darfst du laut isländischem Recht teilweise noch für eine Nacht in unbewohnten Gegenden zelten, wenn:
- kein Campingplatz in der Nähe ist
- du nicht auf Privatgrund stehst
- du keinen Schaden verursachst
- du nicht in Schutzgebieten bist
Das ist auf einer klassischen Island Rundreise entlang der Ringstraße fast nie relevant, weil es dort ohnehin ständig Campingplätze gibt.
Wie kalt wird es nachts?
Selbst im Sommer hatten wir nachts oft nur wenige Grad über Null. Gute Ausrüstung ist deshalb extrem wichtig. Aber es gab auch viele angenehme Nächte, wo es nicht ganz so kalt war.
Gibt es auf den Campingplätzen Duschen und Küchen?
Viele Campingplätze bieten Duschen, Küchen und Aufenthaltsräume an. Die Ausstattung ist allerdings sehr unterschiedlich.
Ist Zelten auf Island gefährlich?
Mit guter Vorbereitung eigentlich nicht. Du solltest das Wetter aber wirklich ernst nehmen und vor allem starken Wind nicht unterschätzen.
Wie viel kostet ein Campingplatz in Island?
Campingplätze in Island kosten im Durchschnitt 10 bis 17 Euro pro Person und Nacht. Für Wohnmobile oder Premium-Plätze fallen oft 15 bis 30 Euro an. Zusatzleistungen wie Strom (ca. 6 bis 8 Euro) oder warme Duschen müssen meist extra bezahlt werden
Kann man in Island mit dem Wohnmobil frei stehen?
Nein, mit Wohnmobil, Campervan oder Dachzelt darfst du in Island normalerweise nicht einfach frei irgendwo übernachten. Wildcampen mit Fahrzeugen ist seit einigen Jahren stark eingeschränkt und außerhalb offizieller Campingplätze grundsätzlich verboten.
Gerade entlang der Ringstraße wird darauf mittlerweile deutlich stärker geachtet. Parkplätze, Aussichtspunkte oder abgelegene Straßen sind also keine legalen Übernachtungsplätze, auch wenn man dort immer mal einzelne Camper stehen sieht.
Wenn du mit Camper oder Wohnmobil durch Island reist, solltest du deshalb offizielle Campingplätze einplanen. Davon gibt es aber genug und viele liegen richtig schön mitten in der Natur.
Kann man Island mit dem Camper bereisen?
Ja, Island eignet sich super für eine Reise mit dem Camper oder Wohnmobil. Entlang der Ringstraße findest du viele Campingplätze und bist deutlich flexibler unterwegs als mit Hotels. Für das Hochland brauchst du allerdings oft ein 4×4 Fahrzeug.
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