Namibia mit dem Mietwagen zu bereisen war für uns eine der besten Entscheidungen überhaupt. Kaum ein Land eignet sich so gut für eine individuelle Rundreise: endlose Straßen, spektakuläre Landschaften, wenig Verkehr und das Gefühl von echter Freiheit.
Gleichzeitig tauchen vor der Buchung viele Fragen auf: Braucht man wirklich einen 4×4? Sind die Straßen wirklich so schwierig? Ist Selbstfahren überhaupt sicher? Und worauf sollte man bei der Mietwagenbuchung achten?
Genau das zeigen wir dir hier in diesem Beitrag – mit unseren eigenen Erfahrungen, ehrlichen Tipps und allem, was wir vor unserer Reise gern selbst gewusst hätten. Viel Spaß beim Stöbern!
Inhaltsverzeichnis
- Warum ein Mietwagen in Namibia die beste Wahl ist
- Ist Autofahren in Namibia schwierig oder gefährlich?
- Streets of Namibia – Bildergalerie
- Brauche ich einen internationalen Führerschein?
- Welches Auto brauchst du in Namibia?
- Was kostet ein Mietwagen in Namibia?
- Wo Mietwagen in Namibia buchen? Anbieter & Tipps
- Versicherung & wichtige Extras
- Straßenverhältnisse, Tanken & Co.
- Was tun bei einer Panne?
- Navigation & realistische Fahrzeiten
- Unsere Erfahrungen mit Mietwagen in Namibia
- Häufige Fragen zu Namibia mit Mietwagen
Warum ein Mietwagen in Namibia die beste Wahl ist
Kurz vorweg: Für die meisten Rundreisen durch Namibia ist ein Mietwagen die beste Wahl. Viele der schönsten Orte erreichst du nur flexibel, öffentliche Verkehrsmittel spielen kaum eine Rolle und organisierte Touren sind meist deutlich teurer.
Orte wie Etosha National Park, Sossusvlei oder Swakopmund lassen sich mit dem eigenen Auto einfach deutlich einfacher miteinander verbinden. Dazu kommt ein großer Vorteil: Du reist viel flexibler. Du kannst spontan an Aussichtspunkten halten, Pausen einlegen, Tiere am Straßenrand beobachten oder deine Tagesplanung unterwegs anpassen.
Genau dieses Freiheitsgefühl macht eine Reise durch Namibia in unseren Augen so besonders. Auch preislich lohnt sich ein Mietwagen oft, vor allem wenn ihr zu zweit oder zu viert unterwegs seid. Wenn du individuell reisen möchtest, ist ein Mietwagen in Namibia in den meisten Fällen die sinnvollste Lösung.

Ist Autofahren in Namibia schwierig oder gefährlich?
Ganz ehrlich: Vor unserer Reise hatten wir dabei am meisten Respekt. Wir konnten zwar auf einer früheren Reise schon erste Erfahrungen beim Autofahren in Botswana sammeln und waren deshalb nicht mehr ganz so nervös. Trotzdem wussten wir natürlich nicht genau, was uns in Namibia erwarten würde.
Im Nachhinein können wir aber sagen, dass Autofahren in Namibia deutlich entspannter ist, als viele vorher denken. Vor allem außerhalb der Städte gibt es meist sehr wenig Verkehr, breite Straßen und oft stundenlang kaum andere Autos.
Die größte Umstellung ist für viele nicht der Verkehr, sondern eher die langen Distanzen, Schotterstraßen und das Fahren auf der linken Straßenseite. Daran gewöhnt man sich meist schneller als gedacht. Gerade wenn du konzentriert fährst und dir Zeit lässt, ist das gut machbar.

Wichtig ist vor allem eine defensive Fahrweise. Viele Straßen sind nicht asphaltiert, Schlaglöcher oder Wellblechpisten kommen vor und auf manchen Strecken können Tiere die Straße kreuzen. Deshalb solltest du Geschwindigkeit und Strecke nie unterschätzen.
Was wir auf keinen Fall empfehlen würden, sind Nachtfahrten. Dann steigt das Risiko durch Wildtiere, schlechte Sicht und unübersichtliche Straßen deutlich. Plane deine Tagesetappen lieber so, dass du vor Sonnenuntergang ankommst.
Unser Eindruck war insgesamt: Nicht gefährlicher als anderswo, aber eben anders. Wenn du aufmerksam fährst, genug Pausen machst und dich nicht überschätzt, ist Autofahren in Namibia eigentlich gut machbar.
Streets of Namibia – Bildergalerie








Brauche ich einen internationalen Führerschein?
Für deinen Roadtrip durch Namibia würden wir dir neben dem deutschen Führerschein auf jeden Fall auch einen internationalen Führerschein empfehlen. Den bekommst du in Deutschland meist unkompliziert beim Bürgeramt oder Rathaus.
Viele Mietwagenfirmen verlangen ihn offiziell, auch wenn er vor Ort nicht immer kontrolliert wird. Wir selbst mussten ihn unterwegs bisher noch nie aktiv vorzeigen. Trotzdem würden wir niemals ohne reisen.
Spätestens bei einer Polizeikontrolle, einem Grenzübertritt oder im Fall eines Unfalls kann der internationale Führerschein sehr wichtig werden. Auch bei Versicherungsfragen bist du damit meist auf der sicheren Seite.
Alle Infos zur Beantragung findest du in unserem separaten Beitrag:
☞ INTERNATIONALEN FÜHRERSCHEIN BEANTRAGEN
Welches Auto brauchst du in Namibia?
Welche Fahrzeugklasse für Namibia sinnvoll ist, hängt vor allem von eurer Route, der Reisezeit und eurem Komfortanspruch ab. Die gute Nachricht vorweg: Für viele klassische Rundreisen brauchst du nicht automatisch den größten Geländewagen.
Wenn du auf den typischen Strecken unterwegs bist, also zum Beispiel zwischen Windhoek, Etosha National Park, Swakopmund und Sossusvlei, kommst du oft auch mit einem guten SUV sehr gut zurecht. Für abgelegenere Routen sieht das teilweise anders aus. Deshalb würden wir die Wahl des Autos immer an der geplanten Strecke festmachen.
Toller Tipp: Der interaktive Entscheidungsbaum von bwana.de
Reicht ein normaler Pkw?
Rein theoretisch: Ja, mit einem normalen Pkw kommst du in Namibia durchaus zu vielen bekannten Zielen. Vor allem auf asphaltierten Hauptstraßen und gut gepflegten Schotterstraßen ist das grundsätzlich möglich.
Du solltest aber wissen, dass viele besonders schöne Unterkünfte, Lodges oder Camps oft etwas abseits der Hauptstraßen liegen. Genau dort wird die Anfahrt manchmal schon Teil des Abenteuers. Mit einem Pkw hätten wir ständig Angst gehabt, irgendwo aufzusetzen, uns festzufahren oder dem Auto unnötig etwas abzuverlangen.
Daher würden wir das nur SEHR eingeschränkt empfehlen. Ein normaler Pkw hat meist weniger Bodenfreiheit, fährt sich auf Gravel Roads deutlich unkomfortabler und steckt Schlaglöcher oder ruppigere Pisten schlechter weg. Gerade auf längeren Strecken kann das schnell ziemlich anstrengend werden.
Für eine klassische Namibia Rundreise würden wir persönlich immer zu einem robusteren Fahrzeug greifen.
Brauche ich einen SUV/4×4?
Wenn du ganz auf Nummer sicher gehen möchtest, würden wir eher zu einem 4×4/SUV raten. Du sitzt höher, hast mehr Bodenfreiheit und bist auf Schotterstraßen deutlich entspannter unterwegs. Allrad ist zwar nicht zwingend notwendig, aber wir waren trotzdem immer froh, die Funktion im Notfall zu haben.
Tatsächlich haben wir den Allrad auf unserer Reise nur ein einziges Mal gebraucht. Anders war das drüben in Botswana. Dort hatten wir deutlich häufiger mit Matsch, Tiefsand, Flüssen und deutlich anspruchsvolleren Strecken zu tun.
Wichtig zu wissen: In Namibia sind viele SUVs ohnehin bereits als 4×4 ausgestattet. Modelle wie Toyota Fortuner oder Toyota Prado werden häufig mit Allrad vermietet. Die Grenze zwischen SUV und 4×4 ist daher oft eher fließend.
Ein größerer 4×4 oder Pickup wie Toyota Hilux lohnt sich dann, wenn du abgelegenere Regionen ansteuern möchtest, in der Regenzeit reist und/oder mit Dachzelt reist oder einfach maximale Reserven haben willst. Wir haben in Botswana und Namibia bisher immer einen Toyota Hilux gehabt und waren jedes Mal sehr zufrieden.
Weil die Frage oft kam: Für Sossusvlei brauchst du nicht zwingend einen 4×4. Bis zum 2×4-Parkplatz kommst du problemlos mit einem normalen Fahrzeug. Der letzte sandige Abschnitt Richtung Deadvlei erfolgt in der Regel per Shuttle, sodass ein eigener 4×4 allein für Sossusvlei nicht nötig ist.

Dachzelt ja oder nein?
Dachzelt klingt nach großem Abenteuer und für viele gehört es zu Namibia einfach dazu. Wenn du gern campst, flexibel unterwegs sein möchtest und Lust auf Natur hast, kann das auch eine richtig tolle Erfahrung sein. ☞ Bei CamperDays findest du passende Angebote*
Wir selbst waren mit Dachzelt unterwegs, haben die Reise aber bewusst mit Lodges und festen Unterkünften kombiniert. Genau diese Mischung fanden wir perfekt, weil du das Abenteuergefühl erlebst, zwischendurch aber trotzdem immer wieder Komfort, ein richtiges Bett und etwas mehr Erholung hast.
Trotzdem würden wir ehrlich sagen: Ein Dachzelt passt nicht zu jeder Reise und schon gar nicht zu jedem Reisenden. Der tägliche Auf und Abbau kostet Zeit, du bist stärker vom Wetter abhängig und reist insgesamt etwas weniger komfortabel als mit festen Unterkünften.
Auch der Schlafkomfort ist meist geringer als in einem richtigen Bett, dazu kommen je nach Campingplatz Geräusche in der Nacht, morgens frühes Treiben und natürlich jede Menge Staub oder Dreck, der sich auf so einer Reise einfach nicht ganz vermeiden lässt. Wir persönlich lieben genau das und für uns gehört es zu einem solchen Abenteuer dazu.
Wenn du Namibia möglichst entspannt erleben möchtest, würden wir eher Unterkünfte buchen oder eine Kombination aus beidem wählen. Wenn für dich das Roadtrip Gefühl und das Outdoor Erlebnis im Vordergrund stehen, kann ein Dachzelt genau richtig sein.
☞ Unser Camping-Guide für Namibia

Was kostet ein Mietwagen in Namibia?
Die Preise für einen Mietwagen in Namibia hängen stark von Reisezeit, Fahrzeugklasse, Mietdauer und Anbieter ab. Vor allem in der Hauptsaison von etwa Juli bis Oktober steigen die Preise deutlich. Hier lohnt es sich, frühzeitig zu buchen!
Für einen kleineren SUV oder kompakten 4×4 starten die Preise häufig bei etwa 70 bis 110 Euro pro Tag. Größere Geländewagen oder Fahrzeuge mit Campingausstattung liegen oft eher bei 120 bis 220 Euro pro Tag oder mehr. In der Hochsaison können beliebte Modelle sogar noch teurer werden.
Wenn du zwei bis drei Wochen unterwegs bist, lohnt sich ein Blick auf Langzeitrabatte. Viele Vermieter bieten günstigere Tagespreise ab 14 oder 15 Tagen Mietdauer an. Für eine klassische Namibia Rundreise zu zweit solltest du grob mit 1.500 bis 3.000 Euro für den Mietwagen rechnen.
Dazu kommen je nach Anbieter oft noch Extras wie:
- bessere Versicherung ohne hohe Selbstbeteiligung
- Zusatzfahrer
- Campingausstattung
- Navigationsgerät oder SIM Karte
- Kindersitz
- Einwegmiete bei anderer Rückgabe
Gerade bei Namibia würden wir nicht nur auf den günstigsten Preis schauen. Ein zuverlässiges Fahrzeug, gute Reifen, Ersatzrad, Pannenservice und vernünftige Versicherungsbedingungen sind hier deutlich wichtiger als ein paar Euro Ersparnis.
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Wo Mietwagen in Namibia buchen? Anbieter & Tipps
Einen Mietwagen für Namibia würden wir möglichst früh buchen, vor allem wenn du in der Hauptreisezeit zwischen Juli und Oktober unterwegs bist. Gerade gute SUVs, 4×4 Fahrzeuge oder Modelle mit Dachzelt sind dann oft vergriffen.
Grundsätzlich würden wir für Namibia immer mehrere Angebote vergleichen. Die Preise unterscheiden sich oft deutlich, genauso wie Ausstattung, Versicherungsleistungen oder enthaltene Extras. Gerade bei längeren Reisen lohnt sich das besonders.
Wir nutzen dafür gern CamperDays*, weil du dort verschiedene Fahrzeuge, Anbieter und Konditionen übersichtlich vergleichen kannst. Gerade für Namibia mit Dachzelt, Camper oder 4×4 finden wir das super praktisch. Alternativ haben wir auch bei billiger-mietwagen.de* nachgeschaut.
Ein weiterer Vorteil bei CamperDays ist, dass du je nach Anbieter oft direkt zusätzliche Leistungen mitbuchen kannst. Dazu gehören zum Beispiel Grenzübertritte in Nachbarländer, ein Satellitentelefon, WLAN-Hotspot oder zusätzliches Campingzubehör wie ein Bodenzelt.
Worauf du bei der Buchung achten solltest
Nicht nur auf den Tagespreis schauen. Wichtig sind auch:
- Reifen und Ersatzrad
- faire Versicherung
- Kilometerregelung
- Zusatzfahrer
- Ausstattung bei Dachzeltfahrzeugen
- Pannenhilfe
- Kaution
- Stornobedingungen
‼️ Gerade in Namibia bringt dir das günstigste Angebot recht wenig, wenn wichtige Leistungen fehlen!
Buchungsbeispiel 1: 4×4
- Plattform: CamperDays*
- Fahrzeug: 4×4 mit Dachzelt
- Zeitraum: 06.07.2026 – 20.07.2026
- Preis pro Tag: ca. 106 €

Buchungsbeispiel 2: SUV
- Plattform: billiger-mietwagen.de*
- Fahrzeug: SUV Kompaktklasse
- Zeitraum: 06.07.2026 – 20.07.2026
- Preis pro Tag: ca. 77 €

Wenn wir heute nochmal buchen würden:
- zu zweit mit Lodges → SUV / Fortuner
- mit Dachzelt → Hilux 4×4
- Einsteigerroute → normaler SUV reicht
- mehr Abenteuer → echter 4×4
Versicherung & wichtige Extras
Bei einem Mietwagen in Namibia würden wir nicht unbedingt nur auf den Preis schauen. Gerade wegen Schotterstraßen, langen Distanzen und teils abgelegenen Regionen sind gute Versicherungsbedingungen deutlich wichtiger als ein paar Euro Ersparnis pro Tag.
Viele Schäden, die in Namibia vergleichsweise häufig vorkommen, sind in Basisversicherungen nicht automatisch enthalten. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte.
Reifen
Reifenschäden gehören in Namibia zu den häufigsten Problemen, gerade auf Gravel Roads und längeren Strecken. Ein platter Reifen ist nichts Ungewöhnliches. Genau deshalb würden wir prüfen, ob Reifen überhaupt mitversichert sind. Bei vielen Anbietern sind sie ausgeschlossen oder nur als Zusatzschutz enthalten.
Mindestens genauso wichtig: Achte darauf, dass ein Ersatzreifen vorhanden ist, besser noch zwei. Gerade auf längeren Strecken oder abgelegeneren Routen gibt dir das deutlich mehr Sicherheit. Sollten tatsächlich beide Reifen beschädigt sein, kannst du in einer nächsten Werkstatt oder größeren Ortschaft neue Reifen organisieren.
Wir mussten auf der letzten Reise selbst einmal rund 300 Euro für zwei neue Reifen zahlen. Das war natürlich ärgerlich, am Ende aber immer noch günstiger als manche deutlich teureren Versicherungspakete. Deshalb würden wir genau durchrechnen, ob sich ein Aufpreis für zusätzliche Reifenabsicherung wirklich lohnt.

Glas
Auch die Windschutzscheibe ist in Namibia ein klassischer Punkt. Durch Steinschlag auf Schotterstraßen kann es schnell zu Rissen oder Absplitterungen kommen. Wenn Glasschäden separat abgesichert werden können, würden wir das zumindest prüfen.
Unterboden
Wird oft übersehen, ist aber besonders wichtig. Auf unbefestigten Straßen, Bodenwellen oder steinigeren Abschnitten kann der Unterboden beschädigt werden. Viele Standardtarife schließen genau das aus.
Zweitfahrer
Wenn du längere Strecken fährst, ist ein zweiter eingetragener Fahrer Gold wert. So könnt ihr euch abwechseln und fahrt entspannter. Manche Anbieter berechnen dafür extra Gebühren, bei anderen ist es bereits enthalten. Prüfe das unbedingt vorab.
Automatik oder Schaltung?
Wenn du normalerweise Automatik fährst, würden wir auch in Namibia dazu raten. Du hast genug neue Eindrücke, fährst links und bist oft stundenlang unterwegs. Da macht Automatik vieles entspannter. Schaltwagen sind oft günstiger, aber gerade für Erstbesucher ist Automatik häufig die angenehmere Wahl.
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Straßenverhältnisse, Tanken & Co.
Wenn du dich für eine Reise durch Namibia entscheidest, solltest du dich mit dem Gedanken anfreunden, die meiste Zeit über auf Schotterpisten unterwegs zu sein. Das Land verfügt über ca. 5.000 km Asphalt- (B-Straßen) und etwa 40.000 km Schotterstraßen (C-, D- & F-Straßen). Trotzdem fanden wir das Autofahren eigentlich recht entspannt.
Aber es gab natürlich Unterschiede zwischen den Straßenverhältnissen. Manche Schotterpisten waren in so gutem Zustand, dass wir ganz entspannt mit 80 km/h fahren konnten. Andere Abschnitte waren deutlich ruppiger, mit Wellblech, Schlaglöchern, losem Schotter oder Spurrillen. Dort waren dann zeitweise auch mal nur 20 bis 40 km/h realistisch (aber eher die Ausnahme).
Wenn dir auf Schotterstraßen ein anderes Fahrzeug entgegenkommt, wird oft eine große Staubwolke aufgewirbelt und die Sicht kann für einige Sekunden stark eingeschränkt sein. In dem Moment solltest du lieber vom Gas gehen, ruhig bleiben und warten, bis sich der Staub wieder gelegt hat.
Geschwindigkeitsbegrenzungen:
- 40 bis 60 km/h innerorts (und Nationalparks)
- 80 km/h auf Schotterstraßen (Gravel Roads)
- bis 120 km/h auf asphaltierten Straßen
Linksverkehr in Namibia
In Namibia wird links gefahren. Klingt erstmal ungewohnt, war für uns vor Ort aber deutlich weniger problematisch als gedacht. Durch den geringen Verkehr gewöhnt man sich relativ schnell daran. Etwas mehr Konzentration brauchst du meist beim Abbiegen, an Kreuzungen oder im Kreisverkehr. Aber das eigentlich auch nur in Städten.
Nachtfahrten würden wir vermeiden
Das würden wir wirklich ernst nehmen. Nach Sonnenuntergang zu fahren, ist in Namibia keine gute Idee. Es gibt kaum Straßenbeleuchtung, andere Fahrzeuge blenden teilweise stark und vor allem Tiere können plötzlich auf der Straße stehen.
Viele Mietwagenfirmen raten davon ab oder schließen Nachtfahrten sogar vertraglich aus. Wir würden Tagesetappen deshalb immer so planen, dass du noch vor Sonnenuntergang ankommst.

Tanken in Namibia
Auch beim Tanken waren wir vorher skeptischer als nötig. Tankstellen sind nicht ganz so selten, wie wir gedacht hatten. In Städten, größeren Orten und entlang wichtiger Routen findest du eigentlich regelmäßig Möglichkeiten.
Trotzdem empfehlen wir: lieber zu früh als zu spät tanken. Gerade in abgelegeneren Regionen würden wir spätestens bei halbem Tank wieder auffüllen. So reist es sich deutlich entspannter. Zudem hatten wir immer ausreichend Trinkwasser im Auto.
Welche Sorte du tanken musst, sagt dir die Mietwagenfirma normalerweise direkt bei der Abholung. Größere 4×4 Fahrzeuge fahren häufig mit Diesel, kleinere Fahrzeuge eher mit Unleaded (Benzin). Wenn du unsicher bist, lieber einmal mehr nachfragen.
Polizei & Kontrollen
Wir wurden in Namibia zweimal an Kontrollpunkten angehalten und beide Male sehr freundlich behandelt. Meist läuft das unkompliziert ab. Trotzdem würden wir wichtige Unterlagen immer griffbereit haben:
- Führerschein
- internationaler Führerschein
- Fahrzeugpapiere
- Mietvertrag
- ggf. Unterlagen für Grenzübertritte
Was tun bei einer Panne?
Auch wenn natürlich niemand damit rechnet: Eine kleine Panne oder ein platter Reifen kann in Namibia immer mal passieren. Wichtig ist dann vor allem, ruhig zu bleiben. In vielen Fällen bekommst du schneller Hilfe, als man zunächst denkt, sei es durch andere Reisende, vorbeikommende Fahrzeuge oder den Vermieter.
Unser wichtigster Tipp schon bei der Fahrzeugübernahme: Lass dir vom Vermieter genau erklären, wie du einen Reifen wechselst, wo Wagenheber, Werkzeug und Ersatzreifen liegen und worauf du beim Fahrzeug achten musst. Im Ernstfall bist du froh, wenn du das nicht erst irgendwo im Nirgendwo herausfinden musst.
Wichtig zu wissen ist auch, dass der Handyempfang nicht überall zuverlässig ist. Vor allem außerhalb größerer Orte oder in abgelegenen Regionen kann das Netz schwach sein oder ganz fehlen. Genau deshalb würden wir nie mit dem letzten Tropfen Sprit losfahren und immer etwas Puffer einplanen.
Wenn du eine Panne hast und das Fahrzeug noch fahrbereit ist, würden wir möglichst bis zur nächsten größeren Ortschaft oder Werkstatt weiterfahren. Ist das nicht möglich, bleib beim Auto, kontaktiere den Vermieter sobald Empfang da ist und warte lieber an einem sicheren Ort, statt planlos loszulaufen.

Bei einer Rundreise durch Namibia solltest du Fahrzeiten auf keinen Fall nur nach Kilometern planen. Auf der Karte wirken viele Strecken zunächst harmlos, vor Ort brauchst du aber oft deutlich länger als erwartet. Schotterstraßen, Fotostopps, Tiere am Straßenrand oder einfach das entspanntere Fahren sorgen schnell dafür, dass aus drei Stunden eher vier oder fünf werden.
Gerade auf Gravel Roads würden wir nie mit europäischen Durchschnittsgeschwindigkeiten rechnen. Auch wenn viele Straßen in gutem Zustand sind, fährt man automatisch vorsichtiger und gleichzeitig auch etwas langsamer. Dazu kommen hin und wieder auch mal Wellblechpisten, Schlaglöcher oder Kurven mit losem Untergrund.
Es gab Schotterpisten, auf denen wir ganz entspannt mit 80 bis 100 km/h fahren konnten. Auf anderen Strecken waren dagegen manchmal nur 20 km/h drin, weil die Piste nur so vor Schlaglöchern und Wellblech strotzte. Genau deshalb lassen sich Fahrzeiten in Namibia oft schwer einschätzen.
Unser Tipp wäre deshalb: lieber weniger Strecken einplanen und mehr Zeit pro Ort lassen. Namibia lebt für uns nicht davon, möglichst viele Kilometer abzureißen, sondern die Landschaft unterwegs so richtig zu genießen.
Wir empfehlen eine Kombination aus mehreren Tools:
- Google Maps für grobe Orientierung und größere Orte
- Tracks4Africa für Strecken im südlichen Afrika, Campingplätze und abgelegenere Routen
- Organic Maps oder MAPS.ME als Offline-Lösung
- vorab gespeicherte Unterkünfte und wichtige Stopps einen groben Tagesplan
Gerade Tracks4Africa wird von vielen Selbstfahrern im südlichen Afrika genutzt, weil dort oft auch kleinere Straßen, Campsites und realistische Fahrzeiten besser abgebildet sind.
‼️ Außerhalb größerer Orte ist das mobile Netz meist sehr schwach oder nicht existent. Offline-Karten würden wir deshalb unbedingt schon vor der Reise herunterladen.
DU LIEBST TOLLE FOTOS?
In unserem Beitrag verraten wir dir alles über unsere Kameras, Objektive und Zubehör. Zudem bekommst du hier die besten Tipps für Fotografie-Anfänger.
» Unsere Fotoausrüstung «
Unsere Erfahrungen mit Mietwagen in Namibia
Für uns war der Mietwagen ganz klar die beste Entscheidung für diese Reise. Wir lieben Roadtrips und sind gern flexibel unterwegs, deshalb passt eine Selbstfahrerreise durch Namibia einfach perfekt zu uns. Gerade dort macht das Auto einen riesigen Unterschied, weil du das Land komplett in deinem eigenen Tempo erleben kannst.
Wir waren mit 4×4 und Dachzelt unterwegs und genau das hat für uns hervorragend funktioniert. Wir lieben Dachzeltreisen, weil man mitten in der Natur unterwegs ist und dieses besondere Freiheitsgefühl hat. Gleichzeitig haben wir die Reise bewusst mit Lodges kombiniert, was wir ebenfalls sehr empfehlen können.
Besonders beeindruckt hat uns, wie oft wir stundenlang fast allein auf den Straßen unterwegs waren. So wenig Verkehr haben wir selten erlebt. Gerade außerhalb der Städte begegneten uns teilweise kaum andere Fahrzeuge, was das Fahren sehr entspannt gemacht hat.
Auch die Straßenverhältnisse haben uns positiv überrascht. Viele denken bei Namibia sofort an schwierige Pisten, aber unser Eindruck war deutlich entspannter. Rund 85 Prozent der Schotterstraßen, die wir gefahren sind, waren in einem wirklich guten Zustand. Dazu kamen immer wieder asphaltierte Abschnitte, über die wir uns nach längeren Gravel Roads natürlich gefreut haben.
Auch Tankstellen waren deutlich weniger problematisch, als wir vorher gedacht hatten. Natürlich sollte man gut planen und nicht mit fast leerem Tank losfahren, aber wir fanden die Versorgung insgesamt besser als erwartet.
Was wir außerdem gelernt haben: Entfernungen sollte man trotzdem nie unterschätzen. Auch gute Straßen bedeuten nicht automatisch schnelle Etappen. Fotostopps, Tiere am Straßenrand und die Weite des Landes sorgen dafür, dass man automatisch entspannter reist.
Unser Fazit: Für uns war Namibia mit 4×4 eine fantastische Art zu reisen. Wenn du Roadtrips magst, Freiheit liebst und Lust auf besondere Landschaften hast, ist das kaum zu toppen.
Häufige Fragen zu Namibia mit Mietwagen
Braucht man in Namibia unbedingt einen 4×4?
Nein, nicht zwingend. Für viele klassische Rundreisen reicht ein guter SUV völlig aus. Wenn du hauptsächlich die bekannten Routen zwischen Windhoek, Etosha National Park, Swakopmund und Sossusvlei fährst, ist ein 4×4 oft kein Muss. Für abgelegenere Strecken und bei Regenzeit kann er sich trotzdem lohnen.
Ist Autofahren in Namibia gefährlich?
Unserer Erfahrung nach nicht grundsätzlich gefährlicher, aber anders als in Europa. Wenig Verkehr macht vieles entspannt, dafür solltest du Schotterstraßen, lange Distanzen und Wildtiere ernst nehmen. Besonders Nachtfahrten würden wir dringend vermeiden.
Kann man Namibia gut selbst fahren?
Ja, Namibia ist sogar eines der beliebtesten Länder im südlichen Afrika für Selbstfahrer. Viele erkunden das Land individuell mit dem Mietwagen und wir können dir diese Art der Reise nur ans Herz legen.
Darf man mit dem Mietwagen nach Botswana oder Südafrika fahren?
Teilweise ja, aber nur mit vorheriger Genehmigung des Vermieters. Grenzübertritte müssen meist angemeldet und extra bezahlt werden. Das solltest du unbedingt vorab klären.
Sollte man Unterkünfte vorab buchen?
In der Hauptsaison würden wir das auf jeden Fall empfehlen. Gerade beliebte Lodges, Campsites und Nationalpark-Unterkünfte sind oft früh ausgebucht. Bei Dachzeltreisen ist etwas mehr Flexibilität möglich, trotzdem würden wir wichtige Stopps reservieren.
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