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Wir sind Bolle & Marco und schreiben über unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen während unserer Weltreise. Wir geben Euch Einblick in unser Leben und versorgen Euch mit spannenden Geschichten und hilfreichen Tipps.

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Nachhaltigkeit auf Reisen und im Alltag – Unsere besten Tipps

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August 18, 2017

„Reisen verändert“. Diese Worte hört und liest man ständig. Manchmal sogar so oft, dass man nur noch die Augen rollen möchte. Doch es ist tatsächlich so, auch in uns hat die Langzeit-Reise einiges bewirkt. Dabei hat die größte Veränderung definitiv unser Bewusstsein gemacht. Wir machen uns plötzlich Gedanken um Dinge wie Nachhaltigkeit auf Reisen und im Alltag, die für uns vorher selbstverständlich waren. Auch haben wir uns zwar schon immer über die kleinen Dinge im Leben gefreut, doch durch die Reise ist das alles noch viel intensiver geworden.


0. Nachhaltigkeit auf Reisen und im Alltag

Auf unserer Reise haben wir neben den vielen tollen Orten auch hautnah Armut, Leid, Verzweiflung und (Umwelt-)Verschmutzung erlebt. So traurig es uns in diesen Situationen gemacht hat, so viel Positives konnten wir auch daraus mitnehmen. Armut und Leid können wir leider nicht so schnell ändern, wie wir das gerne tuen würden. Doch trotzdem gibt es auch hier Möglichkeiten, Positives zu bewirken. Einen deutlich schnelleren Effekt können wir alle in Sachen Nachhaltigkeit auf Reisen und im Alltag erzielen.

Wir haben uns bewusst gemacht, was Konsum eigentlich für uns und unsere Umwelt bedeutet. Reisegepäck wird optimiert und unnützes Zeug kaufen wir eigentlich gar nicht mehr. Plötzlich hinterfragen wir unsere Einkäufe und unseren Lebensstil. Aus einem „Die Welt können wir alleine sowieso nicht ändern“ machen wir ein „Lass‘ es uns versuchen„. Denn die Summe aller Einzelhandlungen kann eine Veränderung mit sich bringen.

Nachhaltiges Reisen und Leben liegt dann vor, wenn zum einen die Natur intakt bleibt und zum anderen die Menschen vor Ort begünstigst werden. Auch geht es darum, Kulturen und Traditionen der Länder zu bewahren. Die vielen Auswirkungen der Umweltverschmutzung und Industrialisierung merken wir heute mehr denn je. Das Eis der Pole schmilzt, das Wetter wird immer unbeständiger, Küsten versinken im Meer, Ozeane, Luft und Boden werden verschmutzt. Heute geht es nur noch um das schnelle, dicke Geld Es scheint fast so, als würde dabei alles andere in den Hintergrund geraten.

All unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Tipps wollen wir heute mit dir teilen. Es würde uns zudem freuen, wenn du uns in den Kommentaren deine Ansicht dazu verraten würdest. Das hier sind weitaus nicht alle Tipps und Möglichkeiten, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Wir haben uns aber auf die Punkte fokussiert, die jeder von uns wirklich leicht umsetzen kann.



1. Plastik ist so oldschool!

Warum müssen bspw. Äpfel im 4er-Pack eingeschweißt werden? Obst und Gemüse bekommst du auch in fremden Ländern lose zu kaufen. Das Gute daran ist, dass du oft genau die Menge kaufen kannst, die du auch tatsächlich benötigst. Speichere deinen Papierkram online, statt ihn auszudrucken und am Ende wieder wegzuwerfen. Nutze Edelstahl- oder Glasflaschen und fülle diese vor Ort oder Zuhause nach. Wir trinken seit knapp 2 Jahren fast nur noch Leitungswasser und kaufen wirklich selten Wasserflaschen im Supermarkt. Wozu auch? Das Leitungswasser ist vor allem in Deutschland in den meisten Fällen von sehr guter Qualität.


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Versuche auch möglichst viele Produkte zu recyceln statt einfach in die nächste Mülltonne zu werfen. Es gibt in Deutschland viele Recyclinghöfe, die deinen Abfall wiederverwerten. Auch wird hier sichergestellt, dass alle noch verwendbaren Bestandteile erneut genutzt werden können.

Wir können auch Müll vermeiden, indem wir darauf achten, so wenig Verpackungen wie nur möglich zu kaufen. Oft sind Produkte doppelt und dreifach verpackt. Vor allem XXL Produkte werden meist mit mehreren Schichten Verpackung umhüllt. Wozu?


2. Sage Plastiktüten den Kampf an

Plastiktüten braucht eigentlich kein Mensch, trotzdem ist es leider absoluter Standard beim Einkaufen. Die wachsenden Plastikmüllberge sind eine stetig steigende Belastung für die Umwelt. Problem ist nämlich, dass nur die wenigsten dieser Billionen Tüten recycelt werden. Pro Jahr benutzt der Durchschnittseuropäer rund 500 Plastiktüten inklusive der dünnen Obst- und Gemüsebeutel! 500!!!! Und mal ganz ehrlich – diese Tüten werden meist auch nur ein einziges Mal benutzt und landen anschließend in der Mülltonne (oder im nächsten Busch).


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Oft wurde uns in Asien sogar eine Packung Nudeln automatisch in eine Plastiktüte gepackt. Noch schlimmer war es in Hongkong, als man uns jedes einzelne Brötchen eine eine kleine Plastiktüte stecken wollte. Dabei konnten viele Verkäufer unseren Einwand gar nicht verstehen. Auch scheint es völlig normal zu sein, jegliche Art von losem Obst und Gemüse für das Wiegen in Plastiktüten zu stopfen. Doch wozu?

Bananen sind von Natur aus verpackt, genau wie eine Kiwi oder eine Orange. Wir empfehlen dir einfach, das Etikett nach dem Wiegen direkt auf das Obst/Gemüse zu kleben. Nehme einen Stoffbeutel oder Rucksack mit und verzichte auf jegliche Form von Plastiktüten. So kannst du ganz einfach dem Plastikkonsum in Bezug auf Plastiktüten entgehen. Und hey! Es tut gar nicht weh!


3. Plastikbesteck und Strohhalme? Wozu?

Du wirst es kaum glauben, aber Plastikbesteck und Strohhalme sind ein großen Problem für die Umwelt. Eigentlich sollte der Verkauf und die Herausgabe von diesem Besteck echt verboten werden. Es wird produziert und in die Welt verschifft. Nach nicht einmal 5 bis 10 Minuten Gebrauch landet es dann im Mülleimer. Muss das denn unbedingt sein? Die Alternative dazu in Form von Campingbesteck ist so viel umweltschonender und zudem noch super praktisch.

Noch irrsinniger ist die Nutzung eines Strohhalmes. Erst bei unserem Clean-Up auf Koh Lanta haben wir wirklich realisiert, wie viel Müll eigentlich wegen einmaliger Nutzung von Strohhalmen anfällt. Und wofür? Für ein besseres „Trinkerlebnis“? Verzichte bei deiner nächsten Drink-Bestellung auf den Strohhalm und genieße deine Erfrischung einfach so aus dem Glas. Du wirst sehen, es schmeckt mindestens genau so gut.


4. Regionale Waren, Wochenmärkte und verpackungsfreie Geschäfte

Im Supermarkt gibt es kaum loses Obst und Gemüse zu kaufen? Schau mal bei einem lokalen Markt vorbei! Selbst hier in Deutschland fühlen wir uns auf Märkten immer richtig wohl. Man kann in Ruhe stöbern und frische Lebensmittel direkt vom Bauer einkaufen – in den meisten Fällen auch vollkommen unverpackt.


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Auch haben diese Lebensmittel keine tausend Kilometer zurückgelegt, um vor unserer Nase zu liegen. Bei exotischen Früchten mag das wohl kaum anders gehen, dennoch muss es auch nicht der Pink Lady Apfel aus Neuseeland sein oder der Royal Gala Apfel aus Südafrika oder?

In deutschen Großstädten gibts es zudem immer mehr verpackungsfreie Geschäfte. Hier kannst du lose Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Haushaltswaren ohne Plastik erwerben. Wir haben uns einen dieser Läden in München angeschaut und waren wirklich überrascht, wie viele Produkte man dort mittlerweile kaufen kann. Auf der Seite von smarticular bekommst du eine gute Übersicht von verpackungsfreien Geschäften in Deutschland.


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Je mehr wir die Großkonzerne unterstützen, desto mehr Lebensraum wird für Mensch und Tier zerstört. Wir waren damals geschockt als wir erfuhren, dass in unserer Lieblingsgegend auf Bali ein weiterer McDonalds eröffnet werden sollte. Und das ausgerechnet auf einer der letzten grünen Reisfelder in dieser Gegend. Unglaublich oder?

Unterstütze daher die kleinen lokalen Unternehmen und meide die vielen riesigen Fastfood-Ketten und anderen Großkonzerne. Auch bei deinem All-Inclusiv-Urlaub solltest du bedenken, dass du meist nicht die Einheimischen supportest, sondern die wirklich großen Fische, die das Geld in ihre Tasche stopfen. Bei den Lokals landet der kleinste Teil des Kuchens, ausländische Firmen hingegen werden immer mächtiger und einflussreicher.


Nachhaltigkeit auf Reisen und im Alltag


Gehe auch in deinem Urlaub mal auf dem Markt essen und besuche ein kleines lokales Restaurant. Außerdem lernst du in einem unbekannten Laden neue Menschen kennen und findest vielleicht auch viel gesünderes Essen und bessere Produkte. Nachhaltigkeit auf Reisen und um Alltag bedeutet eben auch, Einheimische zu unterstützen – ganz egal ob in Asien, Afrika oder Deutschland.

Setze auf Qualität statt Quantität. Muss es das 3€ Shirt von Primark sein, welches unter wirklich fraglichen Bedingungen in fernen Ländern hergestellt wurde? Muss es grundsätzlich immer billig oder gar kostenlos sein? Wir müssen uns wieder bewusst machen, woher ein Produkt kommt, wie es hergestellt wurde und was es für einen Wert hat. Heute geben wir gerne mehr Geld aus, wenn das Produkt einfach mehr Qualität bietet. Gerne stöbern wir durch kleine lokale Geschäfte, wo noch Wert auf Handarbeit gelegt wird, statt auf maschinelle Massenware.


5. Verwende Hartseife, Shampoo-Steine und Bambuszahnbürste

Schau dir auch mal Hartseife genauer an. Für Reisen als auch für Zuhause ist feste Seife eine perfekte Möglichkeit um Müll durch leere Seifenspender zu vermeiden. Meistens bekommt man Hartseife auch komplett plastikfrei. Persönlich waren wir extrem erstaunt wie, lange so eine 100gr. Seife ausreicht. Obwohl wir beide die Seife nutzten (auch zum Händewaschen), hielt die Seife gute 4 bis 5 Wochen durch. Natürlich gibt es auch Shampoo-Steine und Haar-Spülung – da war selbst Bolle mit ihren langen Haaren absolut überzeugt.

Leider ist es nämlich so, dass Seife, Duschgel, Shampoo und Co. die Umwelt belasten und Wasser, Luft und Boden enormen Schaden zufügen. In Malaysia und Indonesien werden ganze Regenwälder gerodet, um in riesigen Monokultur-Plantagen Palmölpflanzen anzubauen. Damit werden wertvolle Ökosysteme vernichtet, Lebensraum zerstört und die Artenvielfalt verringert.


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Wir waren auf Sumatra und haben uns das ganze „Spektakel“ hautnah angeschaut. Es war erschreckend, welche Massen an Palmöl dort hergestellt werden und wie viel einzigartiger Regenwald dafür schon weichen musste. Auch leiden immer mehr Menschen an Hautreizungen und Allergien. Denn dass die vielen Produkte oft mehr schaden als nutzen, steht ja meist nie auf den „ach-so-tollen“ Verpackungen. Greife lieber zu natürlichen Produkten, die deine Haut und Umwelt schonen.

Ein weiterer Tipp: Nutze doch zum Beispiel Zahnbürsten aus Holz oder Bambus mit natürlichen Borsten. Bambus ist ein schnell nachwachsender Rohstoff (einige Arten wachsen einen Meter pro Tag). Jährlich kann man große Mengen ernten, ohne den Bestand zu gefährden. Beim Anbau kommen kaum Düngemittel, Pestizide oder künstliche Bewässerungstechniken zum Einsatz. Daher sind die Auswirkungen auf die Umwelt vergleichsweise gering. Auch von den Materialeigenschaften ist Bambus genial: Das Holz ist hart und dicht, so lassen sich auch langlebige und robuste Möbel anfertigen.


6. Öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Co.

Der öffentliche Verkehr und der Individualverkehr sind längst zur Belastung für Mensch, Umwelt und Klima geworden. Er ist nicht nur verantwortlich für den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen, sondern auch für Lärm und Bebauung. Dabei werden etliche Ressourcen in großen Mengen verbraucht (Öl für die Benzin- und Dieselproduktion). Es macht also Sinn, vergleichsweise nachhaltigere Verkehrsmittel, wie Bus und Bahn zu nutzen, statt Flugzeug, Taxi, Mietwagen und den eigenen PKW.

Und auch im Alltag selbst oder im Urlaub kann man auf das Auto verzichten. Wie wäre es, wenn du demnächst mal wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst oder den Bus nimmst, statt dein eigenes Auto? Generell lassen sich auch in vielen Städten Bikes , E-Fahrräder und Pedelecs ausleihen. Wir haben uns bei „Call a bike“ angemeldet (von der Deutschen Bahn), da wir so deutschlandweit in vielen größeren Städten immer mal wieder ein Rad ausleihen können. Richtig cool, wie wir finden.


Barcelona-Spanien-Strand-Fahrrad-Sonne-Sightseeing


Auch gibt es heute Möglichkeiten, sich ein Verkehrsmittel zu teilen. Sei es Car-Sharing oder der öffentliche Verkehr. Man kann sogar mal wieder zu Fuß gehen – ist eh am gesündesten und verursacht keinen Dreck, Müll und Lärm. Fliegen ist leider die umweltschädlichste Art der Fortbewegung. Der Ausstoß von Treibhausgasen ist enorm, ein einziger Flug produziert so viel CO2, wie man sonst in einem ganzen Jahr hinterlässt. Beim Fliegen entstehen auf der Strecke von München nach Athen beispielsweise 570kg CO2. Zum Vergleich: Beim Bus oder der Bahn sind es pro Kilometer nur etwa 25 bis 50 Gramm Treibhausgase. Einen interessanten Beitrag dazu findest du hier: Fernbus: Wie ökologisch ist er im Vergleich zu Flugzeug, Bahn und Auto?

Was können wir tun? Bei der Nutzung von Flugzeug, Bahn und Bus kannst du zumindest den CO2-Verbrauch ausgleichen. Dabei rechnen verschiedenen Klimainitiativen aus, wie viel CO2 der betreffenden Flug (oder Busfahrt) verursacht hat. Deine klimaschädlichen Emissionen kannst du dann durch eine Geldspende in Klimaschutzprojekte kompensieren. So steht bei der Buchung eines Bustickets bei Flixbus zum Beispiel folgender Satz: „Ich möchte einen Klimaschutzbeitrag von 0,63 € zahlen, um die CO2-Emissionen meiner Busfahrt zu kompensieren.“ Es ist natürlich nicht die feinste Art, aber besser als gar nichts zu tun.

Das soll an dieser Stelle natürlich nicht heißen, dass man total umweltfreundlich handelt, wenn man einen Schutzbeitrag zahlt und dennoch um die Welt jettet. Trotz Zahlung dieses Beitrags gelangen all die Schadstoffe während des Fluges in die Luft. Will man es also komplett umgehen, dann muss man wohl einfach Zuhause bleiben oder nur noch mit Bus und Bahn fahren.


7. Wie Zuhause so auch bei Fremden und Freunden

Und genau so, wie du auch Zuhause lebst, so solltest du dich auch woanders verhalten. Im Hotel werden die Handtücher gerne mal auf den Boden geschmissen, damit Angestellte diese irgendwann wegräumen. Verzichte darauf, dass jeden Tag frische Handtücher geliefert werden und nutze Handtuch und auch Bettwäsche ein paar Tage länger.

Drehe den Wasserhahn beim Zähneputzen zu, schalte das Licht aus, wenn du es eh gerade nicht brauchst. Nimm‘ die Dusche statt die Badewanne und verzichte zwischendurch auch mal auf die Klimaanlage. Wenn in deinem Urlaubsland Müll getrennt wird, solltest du dies auch beachten. Versuche einfach deinen Energie- und Wasserverbrauch zu reduzieren – egal ob Zuhause oder im Hotel.


nachhaltig-reisen-leben-wasser-sparen-umwelt


Wichtig ist vor allem auch, dass man sich einfach gut benimmt. Wir fragen uns immer wieder, wieso sich so viele Menschen im Urlaub vollkommen daneben benehmen und denken, sie können machen, was immer sie wollen. Es wundert also überhaupt nicht, dass zum Beispiel dir Spanier gerade mit Rollkoffern und in offenen Hemden gegen den Tourismus protestieren. Es wird einfach immer mehr und mehr, der Wohnraum wird knapp und unbezahlbar, die Einheimischen werden vertrieben und die Umweltbelastung steigt sowieso Jahr für Jahr. Dennoch können wir mit scheinbaren Kleinigkeiten schon viel mehr bewirken, als wir es uns vielleicht vorstellen.

 „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ (Zitat von Mahatma Ghandi)


8. Wie wäre es mal mit einem Clean Up?

Die Welt „vermüllt“ leider immer mehr. Rund 3,5 Millionen Tonnen Müll werden seit 2010 jedes Jahr produziert – Tendenz steigend. Im Jahre 1990 waren es „nur“ 300.000 Tonnen Müll pro Tag. Das ist mehr als erschreckend! Man vermutet, dass es bis 2025 rund 6 Millionen Tonnen pro Tag sein werden. Und noch immer sind wir es, die Industrieländer, die weltweit den meisten Müll produzieren!

An immer mehr Orten auf der Welt finden regelmäßige Säuberungsaktionen statt. Wir waren damals gemeinsam mit TrashHero auf Koh Lanta unterwegs. Innerhalb von nur 2 Stunden haben wir mehrere hundert Kilogramm Müll vom Strand und dem Wasser entfernt. Natürlich macht es keinen Spaß, den Dreck von anderen wegzuräumen. Aber nur wegzuschauen und die Situation so hinzunehmen, macht es eben auch nicht besser. In vielen Ländern mangelt es einfach an Umweltbewusstsein und vor allem auch an Möglichkeiten, Geld und Know-How. Wo früher noch ein Bananenblatt auf die Straße geschmissen wurde, sind es heute Plastikverpackungen, Flaschen und Tüten.

Wenn du also mal wieder in den Urlaub fährst, dann informiere dich vorab über solche Clean-Up-Aktionen und investiere doch ein paar Stunden, um den schönen Strand vor deiner Tür vom Müll zu befreien. Und genau so etwas kannst du auch Zuhause tun. Schau nicht weg, sondern versuche zumindest, für andere eine Vorbild zu sein. Zudem gibt es nicht nur Clean-Ups weltweit, auch in deinem Reiseland gibt es mit Sicherheit Initiativen und Organisationen, die in irgendeiner Weise der Tierwelt und Umwelt helfen. Vielleicht kannst du so eine Organisation vor Ort besuchen oder den einen oder anderen Euro für wirklich sinnvolle Projekte zu spenden.

In unserer zweiten Heimat Mauritius arbeitet man zum Beispiel an regenerativen Energien, wobei Einheimische und auch Besucher profitieren. Bei immer mehr Lokals entdeckt man glitzernde kleine Solarzellen auf den Hausdächern. Die Regierung hat diese umsonst verteilt, so wie auch Energiesparlampen. Kostenlose Plastiktüten gibt es in den Supermärkten nicht mehr und auch kein bleihaltiges Benzin. Kinder lernen schon früh in der Schule, dass man Müll trennen muss und dass dieser in den Mülleimer gehört und nicht in die Natur. Seit mehreren Jahren versucht man nun, die Insel auch von innen „grün“ zu machen. Wir sollten alle versuchen, einen grünen und ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, statt einen dreckigen!


9. Schon einmal eine nachhaltige Unterkunft gebucht?

Wie wäre es, wenn du deinen nächsten Urlaub mal in einem Bio-Hotel buchst? Diese Art von Unterkunft geht bewusster und sparsamer mit Ressourcen um, sie reduzieren Müll und servieren beim Essen bevorzugt regionale Bio-Speisen. Hier kannst du also verantwortungsvoll im Einklang mit der Natur und deinem Urlaub sein.

Es gibt immer mehr Hotels mit einem klaren Statement, mit einer klaren Haltung zum nachhaltigen Tourismus. Immerhin achten knapp 14% der Deutschen darauf, dass der eigene Urlaub ökologisch verträglich, ressourcenschonend und umweltfreundlich ist. Auf den Webseiten wie  bookitgreen.com oder auch Ecobnb.com findet man zahlreiche Unterkünfte mit Fokus auf Nachhaltigkeit – ganz egal ob Bio-Bauernhof oder Eco-Lodge am Mittelmeer.

Auf der Seite www.biohotels.info haben sich fast 100 Hotels in ganz Europa zusammengeschlossen. Sie sind zwar inhaltlich verschiedenen ausgerichtet, haben aber die verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien gemeinsam.


10. Nachhaltige Reiseveranstalter wie Fairaway

Wenn du das nächste Mal eine Reise buchst, kannst du dir vielleicht auch mal einen nachhaltigen Reiseveranstalter aussuchen, der eben Wert darauf legt, dass Tourismus und Umweltschutz im Einklang sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Fairaway.

Der Reiseveranstalter Fairaway legt wert auf authentische und nachhaltige Reisen. Auf deren Homepage findest du darüberhinaus auch interessante Informationen und praktische Tipps zum Thema nachhaltiges Reisen. Es geht darum, sich seine Reise nach eigenen Wünschen zusammenzustellen mit lokalen Reisespezialisten, welche im jeweiligen Land leben und darauf spezialisiert sind, maßgeschneiderte Rundreisen zu erstellen.

Fairaway legt wert darauf, dass alle Partner über einen festgelegten Standard an Qualität verfügen, die Natur und lokale Bevölkerung respektieren. Sie arbeiten mit kleinen familienbetriebenen Hotels zusammen, wobei Komfort, Lage, Atmosphäre, nachhaltige Arbeitsweisen und wenn möglich Nachhaltigskeits-Zertifizierung im Fokus stehen. Vor Ort reist man mit öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus, Bahn, Boot, Fahrrad oder zu Fuß. Ziel von Fairaway ist es, die Auswirkungen des Tourismus einzuschränken und dafür zu sorgen, dass die Umgebung der lokalen Bevölkerung ein angenehmer Ort bleibt.


11. Gegen die Natur handeln hat keinen Bestand

Wir wollen mit diesem Artikel nicht der Moralapostel mit erhobenen Zeigefinger sein. Wir möchten lediglich aufzeigen, wie leicht es ist sowohl im Alltag, als auch auf Reisen ist, Müll zu vermeiden und so einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Auch werden wir jetzt nicht durch die Wohnung rennen und all die Dinge aus Plastik in den Müll werfen, um uns umweltfreundlichere Produkte anzuschaffen. Das wäre irgendwie widersprüchlich.

Wir werden aber solche Produkte versuchen so lange wie möglich zu nutzen. Wie am Anfang beschrieben, waren wir uns vielen Dingen vor der Weltreise auch nicht bewusst, hoffen auf diese Weise aber ein Stück Bewusstsein für Konsum, Müll und Umweltschutz leisten zu können.

Viele Themen sind für einen persönlich immer unglaublich weit entfernt, man fühlt sich nicht betroffen. Wenn man aber einmal in Gebieten war, wo die Probleme nicht zu übersehen sind, dann fängt man an, über eben genau solche Themen nachzudenken. So viele Orte auf der Welt versinken im Müll und in Problemen. Da müssen wir uns fragen, welchen Beitrag wir leisten können. Wollen wir diese Erde so hinterlassen? Ist es uns vollkommen egal, was nach uns passiert? Muss man immer nur an sich denken und sich für nichts verantwortlich fühlen?

Charles Darwin sagt einmal folgenden Satz: „Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand“. Und damit hat er Recht bewiesen. Denn: „What goes around, comes back around.“

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10 Comments
  1. Antworten

    Simone

    September 13, 2017

    Ganz toller Artikel! Gerade auf Reisen sieht man schnell wo unser Müll landet und welche Schäden unser Konsumwahn verursacht.

    • Antworten

      Komm' wir machen das einfach

      September 14, 2017

      Ja auf Reisen wird einem das Ausmaß meist erst so richtig bewusst leider 🙁 Und auch der Konsumwahn ist wirklich katastrophal, da muss jeder seinen Beitrag leisten, damit die Welt nicht noch mehr im Müll versinkt.

  2. Antworten

    Martin

    September 29, 2017

    Ich bin gerade in Indien unterwegs und sehe hier das große Müllproblem. Euer Artikel hat super Tips und ich bin angeregt einige davon zu befolgen soweit sich es kann. Wenn ich die Verschmutzung hier sehe, fällt mir auf dass die Menschen leider überhaupt kein Bewusstsein dafür haben. Das finde ich sehr schade. Ich werde meinen Beitrag dazu leisten und für diese Anregungen danke ich euch.

    • Antworten

      Komm' wir machen das einfach

      Oktober 3, 2017

      Hey Martin, ganz liebe Grüße erst einmal zu dir nach Indien und toll, dass du dich mit diesem Thema beschäftigst. Man sieht in der Welt all die Probleme, die für einen Zuhause vllt weit entfernt waren. Das mit dem Bewusstsein haben wir vor allem in Südostasien in vielen Gegenden auch so erlebt. Es ist aber auch einfach eher Unwissen. Dort fehlt es 1. an Technik um Müll zu verarbeiten, es fehlt 2. an Wissen und Know-How und eben 3. an Bewusstsein für die eigene Natur und Umgebung. Es wäre großartig wenn jeder seinen Teil ein wenig dazu beiträgt 🙂

  3. Antworten

    Isabell

    September 30, 2017

    Hallo ihr beiden,
    wichtige Punkte die Ihr aufzählt!
    Hätte nicht gedacht das Strohhalme wirklich so umweltschädlich sind.
    Mit dem qualitativ hochwertigen Wasser in Deutschland kann ich euch da allerdings nicht zustimmen. Außer Ihr meint im Vergleich zu bspw. Entwicklungsländern.. Denn gerade in Berlin sagt man, dass das Wasser Hormon belastet ist.
    Punkt 7 sich wie Zuhause zu verhalten finde ich eine weitere gute Idee.
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße

    • Antworten

      Komm' wir machen das einfach

      Oktober 3, 2017

      Ja, wir sind auch immer wieder erstaunt darüber, welche doch einfachen Sachen man machen kann um einen kleinen Beitrag zu leisten. Ja und wegen der Qualität des Wassers in Deutschland: das bezieht sich natürlich auf den Vergleich zu Entwicklungsländern. 🙂

  4. Antworten

    Hannahh

    Oktober 23, 2017

    Unglaublich toller und inspirierender Beitrag. Ich selber habe bereits in meiner Schulzeit Facharbeiten über diese Thema geschrieben und habe mich dabei besonders auf Plastikmüll konzentriert. Es ist traurig wie viel jeden Tag weg geschmissen wird. Nicht nur Plastik sondern auch Lebensmittel. Wenn jeder ein klein wenig tut, könnte man gemeinsam so viel erreichen. Ich hoffe sehr, dass diese Botschaft irgendwann in den Köpfen aller verankert ist und danach gehandelt wird.

    Liebe Grüße Hannah

    • Antworten

      Komm' wir machen das einfach

      Oktober 23, 2017

      Liebe Hannah, danke für deine lieben Worte. Wir hoffen auch sehr, dass die jetzigen Generationen einfach aufmerksamer durchs Leben gehen. Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, kann man mehr erreichen als man denkt 🙂 <3

  5. Antworten

    Alex

    Dezember 1, 2017

    Das ist eine wirklich gute Zusammenstellung von nützlichen Tipps! Wir haben bereits einen Monat Thailand hinter uns und sind gerade in Malaysia unterwegs. Während unserer Reise ist uns aufgefallen dass Einheimische und Touristen in gleichem Maße dazu beitragen dass alles so verschmutzt ist wie es ist. Viele Leute wissen einfach nicht wie es besser geht und verstehen nicht was ihr Handeln für Konsequenzen hat. Durch euren Beitrag sind wir jedenfalls inspiriert wurden bei der nächsten Gelegenheit an einer Cleanup-Aktion teilzunehmen. Danke dafür!

    • Antworten

      Komm' wir machen das einfach

      Dezember 2, 2017

      Hey Alex, ganz lieben Dank für die lieben Worte 🙂 Es freut uns sehr, dass ihr aus dem Beitrag etwas mitnehmen konntet. Das größte Problem ist tatsächlich die Unwissenheit und das fehlende Bewusstsein leider 🙁 Aber jeder kann einen kleinen Teil leisten, sei er noch so klein 🙂

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