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Endlich mehr lesen – 12 Monate und 12 Bücher | Challenge 2021

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Endlich mehr lesen! Genau so lautet meine ganz persönliche Challenge für das Jahr 2021. Denn zugegeben, ich war nie wirklich eine Leseratte. Viele Bücher habe ich nach ein paar wenigen Seiten wieder zugeklappt und beiseite gelegt, da sie mich einfach nicht überzeugen konnten. Und außerdem gab es ja auch immer Wichtigeres, als abends oder am Wochenende ein Buch zu lesen. Selbst während unserer vielen Reisen habe ich nie wirklich gelesen obwohl ich die meiste Zeit über immer auch ein Buch im Gepäck hatte (neben den vielen gelesenen Reiseführern). Dabei möchte ich eigentlich doch viel mehr lesen, mich weiterbilden, mich inspirieren lassen, in spannende Geschichte eintauchen, Abenteuer erleben und meine Gehirnzellen trainieren, statt abends im Bett auf den flackernden Bildschirm des Handys zu glotzen.



5 gute Gründe für’s Lesen

1. Lesen ist gesund: Und das haben wohl viele Studien belegen können. Es bringt dich runter, reduziert dein Stress-Level und bringt dich deutlich sanfter in den Schlaf. Zudem wissen wir ja alle, dass unser Gehirn mit den Jahren auch älter wird und gerade deswegen ist es wichtig, immer mal ein Buch zur Hand zu nehmen. Durch das Lesen strengen wir unsere Gehirnzellen an und trainieren unser Gedächtnis. Ich habe sogar gelesen, dass lesen gut gegen Alzheimer ist. (zum Artikel). Seitdem ich aktiv lese, schlafe ich abends auf jeden Fall deutlich besser ein und habe einen wirklich angenehmen Schlaf.

2. Lesen fördert unsere Konzentration: Statt auf den Bildschirmen von TV, Smartphone und iPad zu starren, bringt es uns viel mehr, wenn wir stattdessen zu einem Buch greifen. Wir konzentrieren uns auf das Buch und auf das Lesen, entfliehen dabei für einen kurzen Moment aus der schnelllebigen und mit Reizen überfluteten Online-Welt. Mich nervt es außerdem, dass ich der digitalen Welt so viel Zeit schenke, statt mich mit den vielen tollen Büchern zu beschäftigen, die in meinem Regal stehen.

3. Lesen fördert unsere Sozialkompetenz: Vielleicht kennst du das: Du liest ein Buch, fühlst mit dem Protagonisten, leidest mit ihm, freust dich mit ihm und bist traurig, wenn er ist. Das nennt man Empathie. Wir versetzen uns in unseren Gegenüber hinein und vergrößern damit unser Verständnis für das Leben des anderen. Erst im letzten Buch habe ich wieder eine Träne vergossen, weil ich sehr viel Mitgefühl mit dem Protagonisten hatte.

4. Lesen verbessert unser Vokabular: Dem stimme ich auf jeden Fall zu. Mit jedem Buch lerne ich neue Wörter und Phrasen kennen, erweitere somit meinen Wortschaft und verbessere auch meine Erzähltechniken. Es soll auch dabei helfen, besser Schreiben zu können. Wie ist es bei dir? Bemerkst du etwas davon, dass Lesen deinen Wortschaft erweitert?

5. Lesen erweitert unseren Horizont: Absolut! Früher habe ich eher Ratgeber gelesen und natürlich dabei unglaublich viel gelernt (wenn ich das Buch denn auch bis zum Schluss gelesen habe). Doch auch in Reiseführern, Romanen, Krimis, Liebesgeschichten oder sonstigen Buch-Genren lernt man dazu. Wir lernen Menschen und Ort kennen, erfahren geschichtliche Hintergrundinformationen, bekommen Einblick in andere Kulturen uvm.


Meine persönliche Challenge

Und so kam mir die Idee mit der Challenge. Während manche bis zu 50 Bücher im Jahr lesen, möchte ich allerdings realistisch sein und mit nur einem Buch pro Monat beginnen. Ich erhoffe mir dadurch, eine Art Routine zu entwickeln und neue Buch-Genres kennenzulernen. Denn ich kann dir gar nicht genau sagen, welche Art von Büchern ich eigentlich mag und was ich gerne lese. Das muss ich in diesem Jahr erst einmal für mich herausfinden. Die Bücher wähle ich dabei nach keinem bestimmten Prinzip, es muss ich einfach ansprechen. Wenn du Buchempfehlungen für mich hast, lass es mich in den Kommentaren gerne wissen.


Januar: Der Wal und das Ende der Welt

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Der erste Monat ist rum und ich habe den wundervollen Roman „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger gelesen. Doch worum geht’s? Es geht um einen Analysten aus London, um ein kleines Fischerdorf in Cornwall, eine Epidemie, einen Wal und um Menschlichkeit. Im Englischen Original erschien der Roman bereits 2015 und auch der Autor war erschrocken darüber, wie schnell aus einer fiktiven Geschichte dann doch Realität werden kann.

Doch beginne ich einmal ganz von vorne. Der Analyst Joe Haak arbeitet bei einer Bank, entwickelt dort ein ziemlich cleveres Programm, welches zu hochkomplexen ökonomisch-politischen Zusammenhängen Vorhersagen treffen kann. Und genau damit verhilft er seiner Bank, immer einen Schritt voraus zu sein und so hohe Gewinne einzufahren. Leider hat er damit aber nicht immer ein glückliches Händchen und beschert seiner Bank auch hohe Verluste. Dem Druck kann er nicht mehr länger standhalten und flüchtet.

Eines Tages wird er nackt und halbtot am Strand nahe des kleines Fischerdorfes St. Piran in Cornwall angespült. Die Einwohner entdecken ihn und bringen ihn zum pensionierten Dorfarzt Dr. Books. Hier erholt Joe sich allmählich von den Strapazen und integriert sich langsam in die 300-Seelen-Gemeinschaft. Er lernt die Menschen vor Ort kennen, schließt Freundschaften und verliebt sich sogar in die Frau des Pastors.


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Mehr lesen im Januar – Der Wal und das Ende der Welt

Parallelen zur Corona-Krise

Im Verlauf der Geschichte greift Joe noch einmal auf sein Programm „Cassie“ zurück, welches eine Menschheitskatastrophe prognostiziert. Die Ölkrise lähmt die Wirtschaft, Versorgungsketten werden unterbrochen, Lebensmittel sowie Benzin werden knapp. Joe weiß mehr als alle anderen, will jedoch nicht tatenlos zusehen und beschließt, all sein Geld (ich glaube es waren 150.000 Dollar) in Lebensmittel zu investieren um diese anschließend in der Dorfkirche zu lagern. Damit möchte im er im Falle des totalen Kollaps die 300 Menschen des Dorfes und sich selbst retten.

Doch damit nicht genug, hinzu kommt nun auch noch eine Grippewelle, welche noch schlimmer als die Spanische Grippe von 1918 ist und die Zivilisation zusammenbrechen lässt. Die Einwohner von St. Piran werden nun langsam auch nervös und machen sich Sorgen. Doch Joe bewahrt einen kühlen Kopf und manövriert das Dorf durch diese Krise. Jeder packt mit an und versucht sich zu spezialisieren.

Die einen fangen Fisch, die anderen stellen Cider her, einige melken die Kühe, andere holen Wasser aus dem Brunnen, Kinder werden unterrichtet und Schritt für Schritt wird das kleine Dorf in Cornwall autark. Gerade für die Zeit nach dem Kollaps wollen sie vorbereitet sein, denn wie heißt es in dem Buch so schön? „Die Menschheit ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt“.


„Für mich war ein Ziel des Buches zu zeigen, wie Gemeinschaften auf Krisen reagieren, in dem sie nicht selbstsüchtig, sondern gemeinsam die Herausforderungen angehen.“

John Ironmonger (Interview hier klicken)

Mein Fazit

Du fragst dich jetzt vielleicht, was es mit dem Wal auf sich hat und wie die Geschichte endet? Das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, damit es auch für dich noch ein wenig spannend bleibt. Mein persönliches Fazit lautet: Ein spannendes Buch, welches leicht lesbar ist. Die Sprache ist bildhaft aber dennoch nicht zu detailliert und zu beschreibend. Der Autor verdeutlicht einmal mehr wie wichtig es ist, in schweren Situationen zusammenzuhalten. Besonders spannend finde ich die Parallelen zur aktuellen Situation, zur Corona-Krise und den damit verbundenen Auswirkungen. Es ist eine sehr schöne Geschichte über Menschlichkeit und Zusammenhalt.

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Februar: Der Elefantenflüsterer

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Ist denn wirklich schon wieder ein ganzer Monat vorbei? Wie schnell die Zeit bloß vergeht. Erst gestern Abend (26.02.2021) habe ich die letzte Seite meines Februar-Buches „Der Elefantenflüsterer“gelesen und musste anschließend erst einmal alles sacken lassen. Zum Glück war mein Lesezeichen ein Taschentuch, denn dieses brauchte ich am Ende auch. Was für ein zauberhaftes Buch! So viele hatten mir auf Instagram dieses Buch empfohlen und meinten, dass ich es lieben werden. Und man hatte mir damit nicht zu viel versprochen. Schon die ersten 40 Seiten fesselten mich und es fiel mir oft sehr schwer, das Buch wieder zur Seite zu legen. Wie du ja vermutlich weißt, lieben wir den afrikanischen Kontinent und vor allem auch Südafrika. Umso schöner, dass sich der Ort des Geschehens im südafrikanischen KwaZulu-Natal befindet.

Doch worum geht es überhaupt? Der Südafrikaner Lawrence Anthony war ein ambitionierter sowie preisgekrönter Umweltschützer, welcher ab 1998 gemeinsam mit seiner Frau Francoise das Thula Thula Reservat im Herzen des Zulu-Landes aufbaute. Dieses heute 4500 ha große Reservat ist das Zuhause von Elefanten, Zebras, Büffeln, Nashörnern, Antilopen, Leoparden, Hippos, Giraffen, Vögeln und vielen anderen wundervollen Geschöpfen. 1999 bekam Anthony einen Anruf und wurde gebeten, eine Herde verhaltensauffälliger Elefanten in seinem Tierreservat aufzunehmen, da man sie sonst erschießen würde. Er zögerte nicht lange und willigte ein. Während ihn alle für völlig verrückt hielten, versuchte Anthony mit seiner Frau und den Angestellten seinen alles nur Mögliche, um dieser Herde ein neues, sicheres Zuhause bieten zu können.


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Mehr lesen im Februar – Der Elefantenflüster

Keiner wusste, worauf sie sich da eigentlich eingelassen hatten. Die Elefanten erreichten das Reservat und waren sichtlich traumatisiert. Immer wieder brachen sie aus, verursachten großes Chaos und verhielten sich aggressiv. Anthony versuchte immer wieder, die Riesen zu besänftigen und mit ihnen zu kommunizieren. Viele Wochen verbrachte er auf der anderen Seite des Elektrozaunes, um die Tiere nicht aus den Augen zu lassen. Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe schaffte er es, dass die kleine Herde ihm vertraute und zu ihrer persönlichen Bezugsperson wurde. Langsam legte die Elefantenherde ihre extreme Abneigung gegen den Menschen ab. Beim Lesen war ich immer wieder beeindruckt und berührt, wie einfühlsam Lawrence Anthony war und wie unermüdlich er sich für das Wohl der seiner Tiere einsetzte.

Die Elefanten spürten, wenn Anthony in der Nähe war und halfen ihm auch das eine oder andere Mal aus sehr brenzligen Situationen. Es entwickelte sich eine innige Freundschaft, ohne die Tiere dabei zu vermenschlichen. Anthony war es immer wichtig, dass wilde Tiere auch wild bleiben und er lehnte es strickt ab, Wildtiere gefangen zu nehmen und sie zu zähmen. Für mich ist nur ein leerer Käfig ein guter Käfig“. Anfangs wollte er lediglich mit der Leitkuh Nana Kontakt aufnehmen um sie davon zu überzeugen, dass sie und ihre Herde hier auf Thula Thula sicher leben könnten. „Als dieses Ziel erreicht war und sie wusste, dass ihre Familie nun ihn Frieden leben konnte, war meine Aufgabe erfüllt. Die ganze Zeit über war ich mir darüber im Klaren gewesen, dass zu viel Kontakt mit Menschen jene natürlichen Instinkte und Eigenschaften beeinträchtigen konnte, die sie in der Wildnis so dringend benötigen“.


„Aber die vielleicht wichtigste Lektion, die ich gelernt habe ist, dass es keine Mauern zwischen Menschen und Elefanten gibt außer jene, die wir selbst errichten. Wir werden niemals mit uns selbst ins Reine kommen können, wenn wir nicht endlich nicht nur den Elefanten, sondern allen Lebewesen auf der Welt ein Leben in Freiheit zugestehen.“

Auszug aus dem Buch von Anthony Lawrence

Mein Fazit

Das Buch ist sehr authentisch, rührend und spannend geschrieben, so dass man immer wieder direkt ins Geschehen abtauchen kann. So oft fühlte es sich für mich so an, als würde ich mitten im Reservat sein und alles aus nächster Sicht beobachten können. Da ich das Land sehr gut kenne, konnte ich mir die meisten Situationen ganz genau vorstellen und in meinen Kopf visualisieren. Der Autor bringt die Thematiken und Situationen in jedem Kapitel auf den Punkt und so wurde mir zu keinem Zeitpunkt langweilig beim Lesen. Man erfährt außerdem vieles über die einheimische Bevölkerung, über die anderen Tiere im Reservat sowie über sein Leben und all die Herausforderungen auf Thula Thula.

Anthony Lawrence war ein großartiger Mann, welcher sich unermüdlich für den Tierschutz einsetzte. Kurz nach seinem Tod 2012 kamen sogar einige Elefanten zur Lodge, um sich von ihm zu verabschieden. Auch wenn man vielleicht keine Bindung zu Afrika und zu Elefanten hat, sollte man dieses Buch unbedingt lesen. Es verdeutlicht so wundervoll, wie wichtig es ist, die großartige Tierwelt unserer Erde zu schützen. Eines der schönsten Bücher, welches ich je gelesen habe!

☞ Dieses Buch ist bestellbar beii Thalia*, Bücher.de*


März: ???

Der März steht bereits vor der Tür und ich habe mich noch immer nicht für meine März-Lektüre entschieden. Ich halte Dich aber auf dem Laufenden und werde es hier verkünden, sobald ich eine Wahl getroffen habe.

…Fortsetzung folgt


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2 comments

  1. Mein Lieblingsbuch war definitiv Spiel der Zeit von Jeffrey Archer. Dieses Buch ist der Beginn einer 7-teiligen Buchreihe. Ich fand es total fesselnd.

    1. Danke für deinen Input, das schaue ich mir gleich mal an 🙂

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