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Endlich mehr lesen – 12 Monate und 12 Bücher | Challenge 2021

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Endlich mehr lesen! Genau so lautet meine ganz persönliche Challenge für das Jahr 2021. Denn zugegeben, ich war nie wirklich eine Leseratte. Viele Bücher habe ich nach ein paar wenigen Seiten wieder zugeklappt und beiseite gelegt, da sie mich einfach nicht überzeugen konnten. Und außerdem gab es ja auch immer Wichtigeres, als abends oder am Wochenende ein Buch zu lesen. Selbst während unserer vielen Reisen habe ich nie wirklich gelesen obwohl ich die meiste Zeit über immer auch ein Buch im Gepäck hatte (neben den vielen gelesenen Reiseführern). Dabei möchte ich eigentlich doch viel mehr lesen, mich weiterbilden, mich inspirieren lassen, in spannende Geschichte eintauchen, Abenteuer erleben und meine Gehirnzellen trainieren, statt abends im Bett auf den flackernden Bildschirm des Handys zu glotzen.



5 gute Gründe für’s Lesen

1. Lesen ist gesund: Und das haben wohl viele Studien belegen können. Es bringt dich runter, reduziert dein Stress-Level und bringt dich deutlich sanfter in den Schlaf. Zudem wissen wir ja alle, dass unser Gehirn mit den Jahren auch älter wird und gerade deswegen ist es wichtig, immer mal ein Buch zur Hand zu nehmen. Durch das Lesen strengen wir unsere Gehirnzellen an und trainieren unser Gedächtnis. Ich habe sogar gelesen, dass lesen gut gegen Alzheimer ist. (zum Artikel). Seitdem ich aktiv lese, schlafe ich abends auf jeden Fall deutlich besser ein und habe einen wirklich angenehmen Schlaf.

2. Lesen fördert unsere Konzentration: Statt auf den Bildschirmen von TV, Smartphone und iPad zu starren, bringt es uns viel mehr, wenn wir stattdessen zu einem Buch greifen. Wir konzentrieren uns auf das Buch und auf das Lesen, entfliehen dabei für einen kurzen Moment aus der schnelllebigen und mit Reizen überfluteten Online-Welt. Mich nervt es außerdem, dass ich der digitalen Welt so viel Zeit schenke, statt mich mit den vielen tollen Büchern zu beschäftigen, die in meinem Regal stehen.

3. Lesen fördert unsere Sozialkompetenz: Vielleicht kennst du das: Du liest ein Buch, fühlst mit dem Protagonisten, leidest mit ihm, freust dich mit ihm und bist traurig, wenn er ist. Das nennt man Empathie. Wir versetzen uns in unseren Gegenüber hinein und vergrößern damit unser Verständnis für das Leben des anderen. Erst im letzten Buch habe ich wieder eine Träne vergossen, weil ich sehr viel Mitgefühl mit dem Protagonisten hatte.

4. Lesen verbessert unser Vokabular: Dem stimme ich auf jeden Fall zu. Mit jedem Buch lerne ich neue Wörter und Phrasen kennen, erweitere somit meinen Wortschaft und verbessere auch meine Erzähltechniken. Es soll auch dabei helfen, besser Schreiben zu können. Wie ist es bei dir? Bemerkst du etwas davon, dass Lesen deinen Wortschaft erweitert?

5. Lesen erweitert unseren Horizont: Absolut! Früher habe ich eher Ratgeber gelesen und natürlich dabei unglaublich viel gelernt (wenn ich das Buch denn auch bis zum Schluss gelesen habe). Doch auch in Reiseführern, Romanen, Krimis, Liebesgeschichten oder sonstigen Buch-Genren lernt man dazu. Wir lernen Menschen und Ort kennen, erfahren geschichtliche Hintergrundinformationen, bekommen Einblick in andere Kulturen uvm.


Meine persönliche Challenge

Und so kam mir die Idee mit der Challenge. Während manche bis zu 50 Bücher im Jahr lesen, möchte ich allerdings realistisch sein und mit nur einem Buch pro Monat beginnen. Ich erhoffe mir dadurch, eine Art Routine zu entwickeln und neue Buch-Genres kennenzulernen. Denn ich kann dir gar nicht genau sagen, welche Art von Büchern ich eigentlich mag und was ich gerne lese. Das muss ich in diesem Jahr erst einmal für mich herausfinden. Die Bücher wähle ich dabei nach keinem bestimmten Prinzip, es muss ich einfach ansprechen. Wenn du Buchempfehlungen für mich hast, lass es mich in den Kommentaren gerne wissen.


Januar: Der Wal und das Ende der Welt

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Der erste Monat ist rum und ich habe den wundervollen Roman „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger gelesen. Doch worum geht’s? Es geht um einen Analysten aus London, um ein kleines Fischerdorf in Cornwall, eine Epidemie, einen Wal und um Menschlichkeit. Im Englischen Original erschien der Roman bereits 2015 und auch der Autor war erschrocken darüber, wie schnell aus einer fiktiven Geschichte dann doch Realität werden kann.

Doch beginne ich einmal ganz von vorne. Der Analyst Joe Haak arbeitet bei einer Bank, entwickelt dort ein ziemlich cleveres Programm, welches zu hochkomplexen ökonomisch-politischen Zusammenhängen Vorhersagen treffen kann. Und genau damit verhilft er seiner Bank, immer einen Schritt voraus zu sein und so hohe Gewinne einzufahren. Leider hat er damit aber nicht immer ein glückliches Händchen und beschert seiner Bank auch hohe Verluste. Dem Druck kann er nicht mehr länger standhalten und flüchtet.

Eines Tages wird er nackt und halbtot am Strand nahe des kleines Fischerdorfes St. Piran in Cornwall angespült. Die Einwohner entdecken ihn und bringen ihn zum pensionierten Dorfarzt Dr. Books. Hier erholt Joe sich allmählich von den Strapazen und integriert sich langsam in die 300-Seelen-Gemeinschaft. Er lernt die Menschen vor Ort kennen, schließt Freundschaften und verliebt sich sogar in die Frau des Pastors.


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Mehr lesen im Januar – Der Wal und das Ende der Welt

Parallelen zur Corona-Krise

Im Verlauf der Geschichte greift Joe noch einmal auf sein Programm „Cassie“ zurück, welches eine Menschheitskatastrophe prognostiziert. Die Ölkrise lähmt die Wirtschaft, Versorgungsketten werden unterbrochen, Lebensmittel sowie Benzin werden knapp. Joe weiß mehr als alle anderen, will jedoch nicht tatenlos zusehen und beschließt, all sein Geld (ich glaube es waren 150.000 Dollar) in Lebensmittel zu investieren um diese anschließend in der Dorfkirche zu lagern. Damit möchte im er im Falle des totalen Kollaps die 300 Menschen des Dorfes und sich selbst retten.

Doch damit nicht genug, hinzu kommt nun auch noch eine Grippewelle, welche noch schlimmer als die Spanische Grippe von 1918 ist und die Zivilisation zusammenbrechen lässt. Die Einwohner von St. Piran werden nun langsam auch nervös und machen sich Sorgen. Doch Joe bewahrt einen kühlen Kopf und manövriert das Dorf durch diese Krise. Jeder packt mit an und versucht sich zu spezialisieren.

Die einen fangen Fisch, die anderen stellen Cider her, einige melken die Kühe, andere holen Wasser aus dem Brunnen, Kinder werden unterrichtet und Schritt für Schritt wird das kleine Dorf in Cornwall autark. Gerade für die Zeit nach dem Kollaps wollen sie vorbereitet sein, denn wie heißt es in dem Buch so schön? „Die Menschheit ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt“.


„Für mich war ein Ziel des Buches zu zeigen, wie Gemeinschaften auf Krisen reagieren, in dem sie nicht selbstsüchtig, sondern gemeinsam die Herausforderungen angehen.“

John Ironmonger (Interview hier klicken)

Mein Fazit

Du fragst dich jetzt vielleicht, was es mit dem Wal auf sich hat und wie die Geschichte endet? Das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, damit es auch für dich noch ein wenig spannend bleibt. Mein persönliches Fazit lautet: Ein spannendes Buch, welches leicht lesbar ist. Die Sprache ist bildhaft aber dennoch nicht zu detailliert und zu beschreibend. Der Autor verdeutlicht einmal mehr wie wichtig es ist, in schweren Situationen zusammenzuhalten. Besonders spannend finde ich die Parallelen zur aktuellen Situation, zur Corona-Krise und den damit verbundenen Auswirkungen. Es ist eine sehr schöne Geschichte über Menschlichkeit und Zusammenhalt.

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Februar: Der Elefantenflüsterer

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Ist denn wirklich schon wieder ein ganzer Monat vorbei? Wie schnell die Zeit bloß vergeht. Erst gestern Abend (26.02.2021) habe ich die letzte Seite meines Februar-Buches „Der Elefantenflüsterer“gelesen und musste anschließend erst einmal alles sacken lassen. Zum Glück war mein Lesezeichen ein Taschentuch, denn dieses brauchte ich am Ende auch. Was für ein zauberhaftes Buch! So viele hatten mir auf Instagram dieses Buch empfohlen und meinten, dass ich es lieben werden. Und man hatte mir damit nicht zu viel versprochen. Schon die ersten 40 Seiten fesselten mich und es fiel mir oft sehr schwer, das Buch wieder zur Seite zu legen. Wie du ja vermutlich weißt, lieben wir den afrikanischen Kontinent und vor allem auch Südafrika. Umso schöner, dass sich der Ort des Geschehens im südafrikanischen KwaZulu-Natal befindet.

Doch worum geht es überhaupt? Der Südafrikaner Lawrence Anthony war ein ambitionierter sowie preisgekrönter Umweltschützer, welcher ab 1998 gemeinsam mit seiner Frau Francoise das Thula Thula Reservat im Herzen des Zulu-Landes aufbaute. Dieses heute 4500 ha große Reservat ist das Zuhause von Elefanten, Zebras, Büffeln, Nashörnern, Antilopen, Leoparden, Hippos, Giraffen, Vögeln und vielen anderen wundervollen Geschöpfen. 1999 bekam Anthony einen Anruf und wurde gebeten, eine Herde verhaltensauffälliger Elefanten in seinem Tierreservat aufzunehmen, da man sie sonst erschießen würde. Er zögerte nicht lange und willigte ein. Während ihn alle für völlig verrückt hielten, versuchte Anthony mit seiner Frau und den Angestellten seinen alles nur Mögliche, um dieser Herde ein neues, sicheres Zuhause bieten zu können.


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Mehr lesen im Februar – Der Elefantenflüster

Keiner wusste, worauf sie sich da eigentlich eingelassen hatten. Die Elefanten erreichten das Reservat und waren sichtlich traumatisiert. Immer wieder brachen sie aus, verursachten großes Chaos und verhielten sich aggressiv. Anthony versuchte immer wieder, die Riesen zu besänftigen und mit ihnen zu kommunizieren. Viele Wochen verbrachte er auf der anderen Seite des Elektrozaunes, um die Tiere nicht aus den Augen zu lassen. Mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe schaffte er es, dass die kleine Herde ihm vertraute und zu ihrer persönlichen Bezugsperson wurde. Langsam legte die Elefantenherde ihre extreme Abneigung gegen den Menschen ab. Beim Lesen war ich immer wieder beeindruckt und berührt, wie einfühlsam Lawrence Anthony war und wie unermüdlich er sich für das Wohl der seiner Tiere einsetzte.

Die Elefanten spürten, wenn Anthony in der Nähe war und halfen ihm auch das eine oder andere Mal aus sehr brenzligen Situationen. Es entwickelte sich eine innige Freundschaft, ohne die Tiere dabei zu vermenschlichen. Anthony war es immer wichtig, dass wilde Tiere auch wild bleiben und er lehnte es strickt ab, Wildtiere gefangen zu nehmen und sie zu zähmen. Für mich ist nur ein leerer Käfig ein guter Käfig“. Anfangs wollte er lediglich mit der Leitkuh Nana Kontakt aufnehmen um sie davon zu überzeugen, dass sie und ihre Herde hier auf Thula Thula sicher leben könnten. „Als dieses Ziel erreicht war und sie wusste, dass ihre Familie nun ihn Frieden leben konnte, war meine Aufgabe erfüllt. Die ganze Zeit über war ich mir darüber im Klaren gewesen, dass zu viel Kontakt mit Menschen jene natürlichen Instinkte und Eigenschaften beeinträchtigen konnte, die sie in der Wildnis so dringend benötigen“.


„Aber die vielleicht wichtigste Lektion, die ich gelernt habe ist, dass es keine Mauern zwischen Menschen und Elefanten gibt außer jene, die wir selbst errichten. Wir werden niemals mit uns selbst ins Reine kommen können, wenn wir nicht endlich nicht nur den Elefanten, sondern allen Lebewesen auf der Welt ein Leben in Freiheit zugestehen.“

Auszug aus dem Buch von Anthony Lawrence

Mein Fazit

Das Buch ist sehr authentisch, rührend und spannend geschrieben, so dass man immer wieder direkt ins Geschehen abtauchen kann. So oft fühlte es sich für mich so an, als würde ich mitten im Reservat sein und alles aus nächster Sicht beobachten können. Da ich das Land sehr gut kenne, konnte ich mir die meisten Situationen ganz genau vorstellen und in meinen Kopf visualisieren. Der Autor bringt die Thematiken und Situationen in jedem Kapitel auf den Punkt und so wurde mir zu keinem Zeitpunkt langweilig beim Lesen. Man erfährt außerdem vieles über die einheimische Bevölkerung, über die anderen Tiere im Reservat sowie über sein Leben und all die Herausforderungen auf Thula Thula.

Anthony Lawrence war ein großartiger Mann, welcher sich unermüdlich für den Tierschutz einsetzte. Kurz nach seinem Tod 2012 kamen sogar einige Elefanten zur Lodge, um sich von ihm zu verabschieden. Auch wenn man vielleicht keine Bindung zu Afrika und zu Elefanten hat, sollte man dieses Buch unbedingt lesen. Es verdeutlicht so wundervoll, wie wichtig es ist, die großartige Tierwelt unserer Erde zu schützen. Eines der schönsten Bücher, welches ich je gelesen habe!

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März: Sag immer deine Wahrheit

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Der Monat ist zwar noch lange nicht vorbei (07.03.2021), doch ich habe meine März-Lektüre bereits verschlungen. Zugegeben, das Buch hatte auch nur knapp 160 Seiten, sodass ich diesen Monat sogar noch ein weiteres Buch lesen möchte. Mein März-Buch wurde „Sag immer deine Wahrheit“ von Benjamin Ferencz. Ich kann dir gar nicht genau sagen, warum ich ausgerechnet dieses Buch lesen wollte. Vermutlich waren es der Titel, das Cover und die Kurzfassung auf der Rückseite, welche mich neugierig stimmten. Grundsätzlich mag ich ja Geschichten, welche auf wahren Begebenheiten basieren und genau solche erwarteten mich auch in diesem Buch. Doch worum geht es eigentlich?

Benjamin Ferencz erblickte das Licht der Welt in einem kleinen Dorf in Transsilvanien (heute Rumäniens), wo er aber nur knapp 10 Monate lebte. Nach dem Ersten Weltkrieg emigrierten die Eltern und Ben in die USA, wo sie auf eine bessere Zukunft hofften. Benjamin wuchs dort zwar in einem Problemviertel von Manhattan auf und wurde mit jeder Menge Armut und Kriminalität konfrontiert, doch er ließ sich davon nie unterkriegen, besuchte eine Schule für begabte Jungen und erhielt 1943 sogar seinen Jura-Abschluss an der Harvard Law School. Benjamin war schon immer zielstrebig und wusste sich stets zu helfen, auch wenn das Geld mal wieder knapp wurde:


Da mir in der Highschool das Geld fehlte, um Mittagessen zu kaufen, ersann ich eine Methode, um mir die nötigen Mittel zu beschaffen: Ich besorgte mir eine Lochkarte mit 100 Löchern, in die ich jeweils einen aufgerollten Zettel steckte – entweder mit einem Gewinn oder einer Niete. Für einen Penny konnten die anderen Kinder einen Zettel herausziehen. Die Gewinne betrugen zwischen einem und zehn Cent. Es war ein Geschäftsmodell, auf das meine Bande aus Hell’s Kitchen stolz gewesen wäre.

Auszug aus dem Buch Seite 45 & 46

So richtig kam seine Karriere als Jurist nicht in Schwung und so wurde er etwas später als Soldat eingezogen und kämpfte im Zweiten Weltkrieg an der Front in Frankreich. Er selbst sagte in dem Buch, dass es pures Glück gewesen sei, dass er den Krieg überlebte. Nach Kriegsende suchte man nach erfahrenen Leuten, welche Beweismaterial für Kriegsverbrechen der Deutschen sichern sollten. Er bekam den Job und konnte endlich all seine Fähigkeiten und Qualifikationen unter Beweis stellen. Fortan durchsuchte er mit einem 50-köpfigen Team NS-Dienststellen, Konzentrationslager und Schreibstuben nach Beweisen und fanden glücklicherweise Unmengen an belastendes Material. Etwa 10 Konzentrationslager besuchte Ferencz in dieser Zeit und musste Szenen unbeschreiblichen Grauens mitansehen. „Es war, als hätte ich einen Blick in die Hölle geworfen“, so beschreibt er es in seinem Buch.


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Mehr lesen im März – Sag immer deine Wahrheit

Ein Mitarbeiter machte irgendwann den entscheidenden Fund: Drei dicke Leitz-Ordner mit Berichten der SS-Spezialeinheiten, welche getarnt waren mit dem Titel „Ereignismeldungen aus der UdSSR – Berichte von der Ostfront“. Auf Grundlage all dieser Beweise und der detaillierten Informationen konnte er Haftbefehle ausstellen und wurde 1947 mit nur 27 Jahren US-Chefankläger im größten Mordprozess der Menschheitsgeschichte. Mehr als 3000 Mitglieder der Einsatztruppen waren dafür verantwortlich, dass mehr als 1 Million unschuldige Männer, Frauen und Kinder ermordet wurden. Auf der Anklagebank saßen am Ende jedoch „nur“ die 22 der hochrangigsten und gebildesten Männer, unter ihnen auch 6 SS-Generäle. Ferencz ging es dabei aber nie um Rache sondern immer um Gerechtigkeit, denn er wollte ein Rechtssystem schaffen, welches alle beschützt. Er wollte unermüdlich dafür kämpfen, dass etwas Derartiges nicht noch einmal passiert.


Die Angeklagten waren die grausamen Henker, deren Schreckenstaten die dunkelsten Seiten im Buch der Menschheitsgeschichte füllen. Der Tod war ihr Werkzeug und das Leben ihr Spielzeug. Wenn diese Männer straffrei ausgehen, hat das Gesetz seine Bedeutung verloren, und die Menschheit muss in Angst leben.

Auszug aus dem Buch S. 99

Später setzte Ferencz sich für das Wiedergutmachungs-Abkommen zwischen Israel und der BRD ein, welches 1952 auch unterzeichnet wurde. Ihm haben wir es auch zu verdanken, dass 2002 der Internationale Strafgerichtshofs (ICC) gegründet wurde, welcher noch immer Kriegsverbrechen ahndet und Staatsoberhäupter zur Rechenschaft zieht. Was immer Benjamin Ferencz auch tut, er tut es mit Leidenschaft, Optimismus, Demut und Überzeugung und setzt sich immer wieder unermüdlich für eine menschenwürdige Welt ein. 2010 bekam er sogar das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland für seinen lebenslangen Einsatz für das Völkerrecht. Im Netz findest du viele Videos und kürzere Dokumentationen über ihn, schau dir diese unbedingt an.


Mein Fazit

Das Buch hat mich zu tiefst berührt und mir gezeigt, zu was ein einzelner Mensch im Stande ist. Benjamin Ferencz blickt auf ein langes Leben mit vielen Höhen und Tiefen zurück. Selbst in den dunkelsten und traurigsten Stunden seines Lebens, hat er immer wieder nach vorne geblickt und sich auf die wirklich wichtigen Dinge in seinem Leben fokussiert. Ich musste das eine und andere Mal eine Träne verdrücken, weil mich seine Worte, seine Taten, sein unermüdlicher Einsatz und seine Lebensweisheiten der letzten 100 Jahre so sehr berührten. Das Buch liest sich sehr flüssig, ist authentisch und mitreißend geschrieben. Leider war ich schon nach zwei Tagen auf der letzten Seite angelangt, da das Buch nur 159 Seiten hat. Doch selbst diese 159 Seite haben mich unglaublich gefesselt, unterhalten, bewegt und inspiriert.


Lass dich durch die Leistungen anderer nicht davon abhalten, dich über deine eigenen zu freuen und denke immer daran, dass das Glück anderer deines nicht auslöscht.

Auszug aus seinem Buch

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April: Ein ganzes Leben

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Wieder ist ein Monat rum und ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie schnell die Zeit doch vergeht. Gerade erst habe ich mit dieser Challenge begonnen und nun ist schon Mai. Wahnsinn! Im letzten Monat habe ich den Roman „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler gelesen. Die Zusammenfassung auf der Rückseite und der Titel sprachen mich irgendwie an, weshalb das Buch auch in meinem Einkaufskorb landete. Außerdem traue ich mich irgendwie noch nicht an die ganz dicken Wälzer, welche mehr als 500 – 1000 Seiten haben. Daher erfreute es mich, dass der Roman von Robert Seethaler nur über 192 Seiten verfügte.

Doch worum geht es überhaupt? Es geht um den Jungen Andreas Egger, welcher mit 4 Jahren in ein kleines österreichisches Bergdorf in den Alpen kommt und fortan auf dem Hof seines strengen Onkels Hubert Kranzstocker lebt. Hier muss der junge Egger ziemlich viel einstecken und ertragen, nimmt seine Situation jedoch stets recht gelassen hin. Für die kleinsten Fehler wird Egger von seinem Onkel bestraft und verprügelt. Eines Tages schlägt Kranzstocker sogar so stark zu, dass Andreas’ Bein bricht und sich nie wieder vollkommen erholt und richtig zusammenwächst. Seit diesem Vorfall hinkt sein rechtes Bein.


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Mehr lesen im April – Ein ganzes Leben

Erst mit 18 Jahren schafft es Egger, sich seinem Onkel zu widersetzen, woraufhin er jedoch aus dem Haus geworfen wird. Doch nun ist er frei und kann sein eigenes Leben führen. Die ersten Jahre arbeitet Egger als Hilfsknecht im Wald und auf Feldern, ehe er später bei der Firma Bittermann & Söhne anheuert, um u.a. eine der ersten Bergbahnen zu bauen. Immer wieder stellt er sich den harten Anforderungen des Alltags, gibt sich am Ende des Tages aber stets mit dem zufrieden, was er hat. Der Protagonist Egger ist ein äußerst bescheidener Mensch, welcher überhaupt kein Interesse daran hat, die Karriereleiter hochzusteigen.


Die Leistungsgesellschaft es 21. Jahrhunderts

Spätestens jetzt merkt man, was Seethaler mit diesem Roman u.a. darstellen wollte, nämlich den Kontrast zwischen dem äußerst bescheidenen Egger und der rastlosen Leistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Eine Bergbahn nach der anderen wird gebaut, Licht und Lärm ziehen ins Tal ein, die ersten Touristen kommen und damit auch Gästehäuser, Restaurants und Geschäfte. Doch durch die viele Arbeit hat Andreas Egger nun endlich genügend Geld, um sich ein kleines Grundstück mit Häuschen für seine große Liebe Marie und sich zu pachten. Alles scheint perfekt für ihn zu laufen.

Doch eines Tages rollt plötzlich eine Lawine über das Dorf und reißt u.a. auch seine schwangere Marie mit in den Tod, welche erst nach der Schneeschmelze geborgen und beerdigt werden kann. Die Zerstörungen durch die Lawine sind verheerend, viele Dorfbewohner haben ihr Vieh und ihre Häuser verloren. Auch Egger wurde schwer verletzt und brach sich bei diesem Unglück beide Beine. Seine Genesung dauerte fast 6 Monate.


Wie alle Menschen hatte auch er während seines Lebens Vorstellungen und Träume in sich getragen. Manches davon hatte er sich selbst erfüllt, manches war ihm geschenkt worden. Vieles war unerreichbar geblieben oder war ihm, kaum erreicht, wieder aus den Händen gerissen worden. Aber er war immer noch da. …. 

Auszug aus dem Buch

Der Zweite Weltkrieg ist im vollen Gange und Egger meldet sich als Freiwilliger, wird anfangs jedoch ausgemustert. Erst ein paar Jahre später wird er an die Ostfront geschickt und verbringt dort ganze 8 Jahre in russischen Lagern. Auch hier musste er viel Leid und Kummer erfahren, sprang dem Tod das eine und andere Mal von der Schippe. Als er endlich aus der Gefangenschaft zurückkehrt, bemerkt er schnell, dass sich im Tal einiges verändert hat: Es gibt nun Fernsehen, breitere Straßen, mehrere Bergbahnen, Skilifte und immer mehr Touristen strömen in das Dorf. Man könnte meinen, dass Dorf wurde zu einer echten Touristenhochburg.

Die erste Zeit lebt Egger vom staatlichen Entlassunsgeld für Kriegsheimkehrer und arbeitet nebenbei immer mal wieder hier und dort. Durch einen Zufall kommt Egger auf die Idee, als Touristenführer zu arbeiten und verdient fortan gutes Geld damit, Urlauber durch die Berge zu führen. Wieder ist er sehr zufrieden und genügsam mit der Situation und seinem Leben an sich. Erst mit über 70 Jahren hängt Egger diesen Job an den Nagel und zieht oberhalb des Dorfes in einen alten Viehstall ein, welcher wie eine Höhle in den Hang gebaut wurde. Hier macht er es sich gemütlich, zieht sich zurück und genießt sein Leben in Einsamkeit. Mit 79 Jahren stirbt er und wird auf dem Friedhof neben seiner Maie begraben.


Er hörte sein eigenes Herz. Und er lauschte der Stille, als es zu schlagen aufhörte. Geduldig wartete er auf den nächsten Herzschlag. Und als keiner mehr kam, ließ er los und starb.

Auszug aus dem Buch

Mein Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs so meine Probleme mit diesem Buch hatte. Schon nach den ersten 30 Seiten wusste ich, dass ich mich mit diesem Roman etwas anstrengen muss. Lange Zeit blieb das Buch dann liegen, ehe ich es kurz vor Monatsende wieder aus der Schublade kramte. Tatsächlich musste ich das erste Mal meinen inneren Schweinehund überwinden, das Buch überhaupt zu Ende zu lesen. Ich kann dir gar nicht genau sagen, warum ich mich mit diesem Buch so schwer tat, vielleicht war es die Geschichte an sich oder die fehlende Spannung. Vielleicht war es aber auch einfach diese Stille…

Auch wenn mich das Buch während des Lesens nicht vom Hocker gehauen hatte, brachte mich die Geschichte im Nachhinein zum Nachdenken und Nachfühlen. Es ist es ein ganz sanfter, stiller und schlichter Roman, welcher definitiv von der Liebe zur Sprache lebt. Man merkt, dass der Autor viel Wert auf eine klare, ruhige und einfühlsame Wortwahl legte. Besonders beeindruckend ist die Genügsamkeit des Protagonisten und sein entbehrungsreiches aber dennoch lebenswertes Leben.

Ich würde an dieser Stelle sagen: Entscheide selbst, ob dieses Buch etwas für dich wäre. Es ist kein Krimi, es gibt keine Action und auch kein Adrenalin. Das Buch ist etwas für ruhige Stunden und beschreibt sehr gefühlvoll „ein ganzes Leben“ auf nicht einmal 190 Seiten.

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Mai: Der Junge der vom Frieden träumte

Ich habe gerade begonnen, das Buch „Der Junge der vom Frieden träumte“ zu lesen. „Der Roman erzählt vom Schicksal eines jungen Palästinensers, der zwischen den Fronten des Krieges aufwächst und dennoch versucht, sich die Menschlichkeit zu bewahren“. Generell verfolge ich das Thema „Nahostkonflikt“ schon mehrere Jahre und versuche immer wieder zu verstehen, was da eigentlich passiert ist und immer noch passiert. Ich bin sehr gespannt. was mich dieser Roman lehren wird…..

FORTSETZUNG FOLGT….


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4 comments

  1. Mein Lieblingsbuch war definitiv Spiel der Zeit von Jeffrey Archer. Dieses Buch ist der Beginn einer 7-teiligen Buchreihe. Ich fand es total fesselnd.

    1. Danke für deinen Input, das schaue ich mir gleich mal an 🙂

  2. Hallo!
    Eines der wundervollsten Bücher, die ich je gelesen habe ist „Die Tigerfrau“ vonTéa Obreht . Es hat mich zutiefst berührt ohne schnulzig zu sein. Und man bekommt einen Einblick in die Länder Serbien und Bosnien Herzegowina und den Krieg von 1992-1995.
    Obwohl ich es vor knapp 10 Jahren gelesen habe, denke ich oft daran.

    1. Hey Maria, vielen Dank für deinen Buch-Tipp 🙂 Das schaue ich mir mal genauer an.
      Liebe Grüße
      Bolle

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