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Reisetipps

Weltreise planen #11 – Welche Impfungen brauche ich eigentlich?

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September 11, 2015

Deine Gesundheit ist das A und O – egal ob im Alltag oder auf Reisen. Nutze also die Gelegenheit und lasse dich noch einmal von oben bis unten durchchecken. Die medizinische Versorgung in Deutschland ist Top und deswegen solltest du nicht darauf verzichten, diese Leistungen noch einmal in Anspruch zu nehmen. Bei Impfungen gilt zudem: Mindestens 6 Monate vorher damit beginnen. Einige Impfstoffe brauchen einen gewisse Zeit, bis sie sich entfalten und wirken. Bedenke zudem, dass auf dich vermutlich mehrere Termine beim Arzt folgen werden.


Lass dich noch einmal durchchecken!

Besorge dir einen Termin beim Zahnarzt, bei deinem Hausarzt oder auch beim Frauenarzt (für alle Ladies). Nimm alles mit, was du noch bekommen kannst. Auch kannst du mit deinem Arzt über deine Reise sprechen, gegebenenfalls kann er oder sie dir noch wichtige Informationen und Tipps mit auf den Weg geben.

Spezialfall Frauenarzt: Ich (Bolle) habe mich natürlich gefragt, wie ich das mit der Pille regeln soll. Ich habe mir also bei der letzten Untersuchung noch einmal eine 6-Monats-Packung geben lassen. Im Internet hatte ich dann gelesen (auch nach Infos der Krankenschwester), dass du auch im Ausland Pillen bekommst. Packe dazu auf jeden Fall deine Verpackung mit ein, damit die jeweilige Apotheke die Inhaltsstoffe abgleichen kann. Du wirst eventuell nicht die selbe Pille bekommen, aber eben eine andere mit den gleichen Inhaltsstoffen.

Da ich Besuch aus Deutschland bekam, ließ ich mir eine neue Packung mitbringen. Dazu rief meine Mutter bei meinem Arzt an und bekam so ein neues Rezept. Das wird unter Umständen nicht jeder Arzt machen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Arzt und so konnte er eine Ausnahme machen. Alles was ich machen muss, beim nächsten Deutschland-Besuch meine Krankenkassenkarte persönlich nachreichen. Update 2018: Seit 1,5 Jahren nehme ich keine Pille mehr!


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Impfungen für deine Weltreise

Wir wussten am Anfang gar nicht, was es alles für Impfungen gibt. Erst nach einiger Recherche auf anderen Blogs und in Foren erfuhren wir, welche man sich für den südostasiatischen Raum unbedingt holen sollte. Beim Tropeninstitut wird man da aber auch ziemlich gut beraten. Wir mussten Dauer und Aufenthaltsorte schildern. Wir haben dann gesagt, dass wir mindestens ein Jahr unterwegs sein werden und auf jeden Fall auch in Asien, Afrika und Südamerika. Die wollen am Ende nur wissen, ob es eine kurze Reise wird oder eine längere. Wir wurden sehr gut beraten und bekamen am Ende auch einen Haufen Info-Material noch mit nach Hause. Unser Motto zum Thema Impfungen lautet: Lieber mehr als zu wenig! Die Impfungen sind von Land zu Land unterschiedlich, aber die wichtigsten erfährst du hier.

Wichtig zu wissen: Übernimmt deine Krankenkasse die Kosten? Die Impfungen sind nicht ohne und ganz schön teuer. Alleine die erste Sitzung (3 Spritzen) kostete 216€. Unsere Krankenkassen übernahmen zum Glück aber alle Kosten. Checkt das am besten erst einmal ab und informiert Euch bei eurer Kasse. Die meisten empfohlenen Impfungen werden eigentlich übernommen. Und selbst wenn nicht: Spart nicht im Umgang mit eurer Gesundheit!


Folgende Impfungen wurden uns z.B. für Südostasien empfohlen:

  • Diphtherie/Tetanus (meist nur 1 Auffrischungsinjektion)
  • Hepatitis A und B (3 Injektionen)
  • Polio (Kinderlähmung; meist nur 1 Auffrischungsinjektion)
  • Typhus (1 Injektion oder 3 Schluckimpfungen)

Für längere Aufenthalten oder Reisen in speziell gefährdete Länder wurden uns zusätzlich noch diese Impfungen empfohlen: 

  • Japanische Enzephalitis (3 Injektionen)
  • Tollwut (3 Injektionen)
  • Malaria-Prophylaxe
  • Meningokokken-Meningitis
  • Dengue Fieber
  • Gelbfieber (je nach Reiseland)

Diphtherie

Diphtherie ist eine akute Infektion, die lebensbedrohlich sein kann. Sie wird durch ein Bakterium ausgelöst, das durch Husten oder Niesen übertragen wird. Mögliche Anzeichen einer Infektion sind unter anderem Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und Schlappheit. Diese werden durch das von den Bakterien produzierte Gift hervorgerufen.

Tetanus

Tetanus ist eine Infektion durch ein Bakterium, das unter Luftabschluss mehrere hochgiftige Substanzen bildet, die für die Symptome der Erkrankung eine entscheidende Rolle spielen. Die Tetanusbakterien kommen weltweit im Darm verschiedener Tiere (Schafe, Rinder, Pferde) vor. Der Erreger dringt durch Verletzungen in den Körper ein. Besonders gefährdet sind tiefe, verschmutzte Wunden, Stich-, Biss-, Schussverletzungen, schwere Verbrennungen, Gewebszerstörung mit schlechter Durchblutung. Die Giftstoffe breiten sich über die Nerven und das Rückenmark in das Gehirn aus. Dort werden Nervenzellen blockiert, wodurch die Krämpfe ausgelöst werden.

Polio

Die Kinderlähmung ist eine Infektion, die durch verschiedene Viren hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch Aufnahme über den Mund. Die Viren vermehren sich im Mund-Rachen-Raum und in der Schleimhaut des Darms und dringen von dort in die Blutbahn und das Lymphgefäßsystem ein. Die Erkrankung beginnt häufig mit einem grippeähnlichen Krankheitsbild, an das sich nach einigen Tagen Muskelschmerzen und Lähmungen einzelner oder mehrerer Muskeln anschließen. Auch die Symptome einer Hirnhaut- oder/Gehirnentzündung können auftreten.

Hepatitis A & B

Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Wasser aufgenommen und greift die Leber an: Gelbsucht, Übelkeit und Fieber gehören zu den Symptomen. Da es keine spezielle Behandlung hierfür gibt (die Leber regeneriert sich selbst mit der Zeit), wird zu Vorsicht bei der Nahrungsaufnahme geraten. Außerdem kann man sich gegen Hepatitis A und B vorab impfen lassen.

Hepatitis B dagegen wird durch sexuellen Kontakt übertragen und ist in Südostasien weit verbreitet: Bis zu 20% der Bevölkerung sind stellenweise mit dem Virus infiziert! Hepatitis E ist der Hepatitis A sehr ähnlich – nur dass man sich nicht dagegen impfen kann. Zum Glück ist dieses Virus weit weniger verbreitet und stellt nur für Schwangere eine ernsthafte Bedrohung dar.

Typhus

Ungenügende Hygienebedingungen sind der Wegbereiter für Typhusbakterien, die sich durch Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Appetit- und Schlaflosigkeit bemerkbar machen und gravierende Folgen haben können. Für Südostasien ist deshalb eine Impfung empfehlenswert. Wer keine besitzt, sollte besondere Vorsicht beim Essen walten lassen: rohe Meeresfrüchte, frisches Obst und Gemüse sowie nicht abgekochtes Trinkwasser und Eiswürfel sind tabu.

Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis wird durch Mücken übertragen und kommt hauptsächlich in ländlichen Regionen vor, insbesondere im nördlichen Thailand, Vietnam, Indonesien und den Philippinen. Plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen können erste Anzeichen dafür sein. Die Krankheit lässt sich nur symptomatisch behandeln, aber es existiert ein Impfstoff dagegen.

Tollwut

Da die Tollwut ohne Behandlung tödlich endet, ist eine sofortige Nachbehandlung oder eine prophylaktische Impfung nötig. Übertragen wird die Krankheit über tierischen Speichel, der bei Bissen, Kratzern oder verletzter Haut den Virus übertragen kann. Zu den ersten Krankheitszeichen zählen Ängstlichkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und die Veränderung der Wahrnehmung im Bereich der Bissstelle. Besonders gefährdete Länder sind Indien, Thailand, Vietnam und Bali.

Malaria

Malaria ist die gefürchtetste Krankheit der Südostasien-Reisenden, obwohl in vielen Gegenden – besonders in Städten – nur ein sehr geringes Infektionsrisiko durch die Moskitos besteht. Hält man sich hingegen in ländlichen Gegenden auf, sollte man die Nebenwirkungen der Prophylaxe-Medikamente eventuell in Kauf nehmen, da der Verlauf der Malaria tödlich enden kann. Das häufigste Symptom ist Fieber, aber auch Kopf- und Muskelschmerzen, Schwäche, Erbrechen, Husten, Durchfall, Nierenversagen und Kreislaufkollaps können eine Erkrankung ankündigen.

Meningokokken-Meningitis

Diese Bakterien können nach einer Inkubationszeit von 3-4 Tagen zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen. Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Bewußtseinstrübung, punktförmige Hautblutungen und Schock sind alarmierende Zeichen einer Allgemeininfektion und immer lebensbedrohlich. Die Krankheit tritt in gewissen Abständen endemisch auf. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Es gibt verschiedene Bakterienstämme, die in unterschiedlicher Verbreitung auf der Welt vorkommen.

Gelbfieber

Eine Impfung ist notwendig, wenn du in ein Gelbfieber-Gebiet reist. In einigen Ländern brauchst du bei der Einreise einen Nachweis, dass du gegen Gelbfieber geimpft bist, wenn du gerade aus einer Region mit erhöhter Gelbfieber-Gefahr kommst. Der Virus wird von Stechmücken übertragen und kommt in Afrika und Südamerika vor. Die Impfung verleiht einen lebenslänglichen Schutz.

Denguefieber

Diese Krankheit wird ebenfalls von Stechmücken übertragen. Diese Mücken sind vorwiegend tagaktiv. Eine Infektionen von Mensch zu Mensch gibt es nicht. In Südostasien und in Afrika können aber sogar Affen der Virusträger sein. Dengue ist am meisten in Süd- und Südostasien, Afrika, tropischen und subtropischen Regionen verbreitet. Ees gibt keinen Impfstoff dagegen, deswegen kannst du dich nur mit einer guten Vorsorge schützen: Moskitonetze, Mückenspray, körperverdeckende Kleidung.


Weitere Informationen findet Ihr hier:


Update Januar 2018: Bisher ist uns auf dieser Reise noch nichts passiert – teu, teu, teu! Dennoch sollte man mit diesen Themen nicht leichtsinnig umgehen. Wenn du eine Langzeitreise planst, dann solltest du dich unbedingt mit dem Thema „Impfungen“ auseinandersetzen. Da wir zum Beispiel nach Südafrika geflogen sind, unser Flugzeug in Äthiopien zwischengelandet ist, brauchten wir noch die Gelbfieber -Impfung (abhängig von der Dauer des Aufenthalts). Auch solche Dinge solltest du bei deiner Reiseplanung beachten! Ganz egal wohin du reisen wirst, lass dich im Tropeninstitut beraten und sei so auf der sicheren Seite!


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