Komm' wir machen das einfach!
Deutschland

Wir sind Bolle & Marco und schreiben über unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen während unserer Weltreise. Wir geben Euch Einblick in unser Leben und versorgen Euch mit spannenden Geschichten und hilfreichen Tipps.

cameron-highlands-malaysia-felder-teeplantage-bolle
Reiseberichte

Die Cameron Highlands – Malaysias grünes Herz!

on
Februar 13, 2016

Wir planen ja nie wirklich weit im Voraus und lassen oft einfach alles auf uns zukommen. Und so kam es auch, dass wir kurzfristig einen Trip in die Cameron Highlands organisierten. Endlich wollten wir mal „Malaysias grünes Herz“ ein wenigbesser kennenlernen. Noch auf Penang buchten wir unsere Bustickets und waren schon ganz aufgeregt. Eine Unterkunft war auch schnell gefunden und so konnte unser kleines Abenteuer endlich starten.


Auf in die Cameron Highlands

So fuhren wir also mit dem Bus los in die Highlands. Um 11 Uhr verließen wir Batu Ferringi, um 13:30 Uhr sollte es losgehen. Reisen mit Gepäck ist für die Organisatoren der Fahrt wohl total neu. Ein Stauraum für das Gepäck wurde also nicht mit einkalkuliert aber hey, der Platz auf unseren Oberschenkeln kann man schließlich auch nutzen!

Am KOMTAR Bahnhof wurden wir also in einen kleinen Transporter gequetscht der uns zum WIRKLICHEN Bahnhof brachte.  So ging die eigentliche Fahrt erst 14:30 Uhr los. Gegen 18:50 Uhr erreichten wir dann die Highlands. Der Bus war eigentlich ganz lässig, man konnte die Sitze voll weit nach hinten klappen und zusätzlich gab es dann noch ein Fußteil. Also ich habe da gelegen wie eine Göttin sag ich Euch. Eine Stunde vor dem Ziel wurde es ziemlich wackelig im Bus. Auf uns warteten nun über 600 Kurven. Wer also einen schwachen Magen hat, der sollte sich unbedingt eine Kotztüte mitnehmen. (P.S. auf der Rückfahrt wurde mir dann sogar etwas schlecht!)

Während der Fahrt konnte man schon die traumhafte Naturkulisse sehen. Es war einfach gigantisch! Saftig grüne Hügel in Kombination mit dem Dschungel – einfach nur WOW! Das Wetter war an dem Tag perfekt, es war relativ warm und die Sonne schien. So wirkte das ganze Grün um uns herum einfach noch viel „grüner“ und der Himmel noch „blauer“. Marco hing an der Scheibe mit seinem Handy und hat wie ein „Tourist“ Tausende Bilder gemacht.


Unsere Unterkunft in Brinchang

In den Highlands gibt es nur eine Straße und diese führt durch die zwei größeren Orte Tanah Rata und Brinchang. In Brinchang hatten wir uns ein Zimmer via Booking.com gebucht (Snooze Hotel). Die Endstation war eigentlich Tanah Rata, mitten in Brinchang hielt der Fahrer aber an um etwas zu holen. Wir nutzten die Gelegenheit und sprangen einfach aus dem Bus. So mussten wir die 4 Kilometer von Tanah Rata nicht wieder zurück nach Brinchang zu unserer Unterkunft. Man sind wir clever!


ankunft-cameron-highlands-malaysia-brinchang


Wir bekamen die Karte für unser Zimmer und waren positiv überrascht. Von außen sah das Hotel sagen mal „sehr unscheinbar“ aus. Es war aber wirklich gemütlich, zentral gelegen, sauber und hatte alles, was wir so brauchten: ein Bett, eine vernünftige Dusche und taadaaa! Steckdosen. Brinchang selbst ist wirklich ein kleiner Ort. An der Straße entlang findet man einige Restaurants, Souvenirläden und kleinere Läden zum Einkaufen. Hier und da steht ein Hotel – das war es dann auch schon.


Von Brinchang nach Tanah Rata

Unten im Laden kauften wir dann später eine (Wander-) Karte der Region (3,50 MYR). Wir hatten wie so oft keine Ahnung, informierten uns dann aber schnell und zogen los. Es gab einige Trails durch die Wälder. Wir nahmen uns vor bis nach Tanah Rata zu latschen (4 Kilometer). Nicht aber via Hauptstraße, sondern eben durch den „Dschungel“. Die Strecke war ziemlich schön, auch weil wir an einem kleinen Wasserfall vorbei kamen. Überall zirpte es und man konnte erahnen was für Gestalten da im Dschungel wohl leben würden. Optisch sah es aber gar nicht so krass nach einem Dschungel aus, eher wie ein sehr dicht bewachsener Wald 😀 Aber ein ziemlich cooler Wald!

Nach circa 1,5 Stunden kamen wir in Tanah Rata an. Der Ort ist genau wie Brinchang. Der Unterschied ist lediglich: In Brinchang leben mehr Inder und in Tanah Rata mehr Chinesen. Das sieht man dann auch auf den Straßen. Wir kauften uns ein paar Erdbeeren und dann gab es noch einen super leckeren Erdbeereisbecher. Mhhhhhhhh, göttlich!


cameron-highlands-malaysia-tanah-rata-erdbeereis


Anschließend marschierten wir wieder zurück. Dieses mal nahmen wir noch einen anderen Trail. Irgendwie verirrten wir uns ständig, weil die Karte einfach nicht mit den Schildern im Wald übereinstimmte. So mancher musste auch schon im Dschungel übernachten – und ich dachte es läge am mangelhaften Geschick der Leute eine Karte lesen zu können. Nun ja, nachdem wir diese grandiose Beschilderung gesehen hatten war uns alles klar. Jetzt wissen wir auch warum man abends keine Dschungeltracks laufen sollte. Zufälligerweise war es bereits früher Abend. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken wie viel Lust ich auf eine Übernachtung im Dschungel hatte. Das hat sich auch in meiner Nervosität widergespiegelt…


…wir haben uns verlaufen?

Und als wäre das nicht schon genug gewesen, latschten wir dann noch volles Rohr in irgendeine Matschgrube und so sahen wir aus als wären wir halb im Sumpf versunken. Wir kamen an einem kleinen Haus vorbei – es war leerstehend und niemand war da. Wir sahen eine kleine Katzenfamilie, eine Mama mit ihren 4 kleinen Katzenkindern. Oh Gott waren die süß. Wir verbrachten ein paar Minuten mit ihnen und gingen dann weiter. Als wir dann doch endlich wieder auf der Hauptstraße waren…

….fand Marco wieder ein Schild mit der Aufschrift „Trail No.3“. Die auf der Karte *räusper* ziemlich kurz aussah. Während ich nur noch entspannt nach Hause gehen wollte, suchte er mal wieder das Abenteuer. Ich machte mir Sorgen, dass wir uns bald komplett verirren würden und dass es bald dunkel werden würde. So lief ich weiter die Hauptstraße entlang, Marco wollte aber lieber den Weg durch den Dschungel nehmen. Männer!! Letztendlich lief jeder seinen bevorzugten Weg. „Wer zuerst in der Unterkunft ist, hat gewonnen“, rief er mir noch zu. Ich schlenderte also gemütlich zurück und kam nach circa 30 Minuten wieder im Zimmer an. Gerade als ich unter die Dusche springen wollte, kam auch Marco schon hereingeplatzt.


wanderung-cameron-highlands-brinchang-tanah-rata


Nach circa 10 Minuten war da wieder eines der „besonders hilfreichen“ Schilder. Dort war etwas ganz anderes angeschrieben als ich hin wollte. Der Himmelsrichtung nach war ich aber garantiert auf dem richtigen Weg. Ich gab der Route noch eine Chance – steht am nächsten Schild wieder etwas anderes dran, drehe ich um und gehe den Weg an der Hauptstraße entlang“.

Er ist tatsächlich umgedreht und ist die Hauptstraße entlang gejoggt. Wenn man auf eigene Faust loszieht, darf man wirklich nicht zu spät loslaufen. Auch sind die Karten etwas ungenau (wir haben 3 verschiedene Karten gesehen, alle haben sich z.T. deutlich unterschieden) und so kommt es häufig vor, dass man nicht mehr weiß auf welchem Weg man sich gerade befindet. Wir haben gehört, dass schon einige Menschen nicht mehr zurückkamen. Noch heute wird ein Mann aus Singapur in den Wäldern gesucht. Also Vorsicht Freunde!


Die Teeplantagen erkunden

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag eine geführte Tour machen. Diese sind recht günstig und man kann eben viel dabei sehen und erfahren. All die Touren starten meist direkt am Morgen gegen 8 Uhr und enden gegen 14 Uhr oder man wählt eben eine Ganztages-Tour. Die Touren bringen dich zu den Teeplantagen, zum höchsten Berg der Cameron Highlands dem Gunung Brinchang, zu den vielen Farmen, zum Mossy Forrest und zu weiteren anderen Attraktionen.

Dann dachten wir aber: „Mhhh, lass‘ und doch einen Roller mieten und auf eigene Faust losziehen!“. Gute Idee! Also fuhren wir gegen Mittag mit dem Taxi los nach Tanah Rata. Hier sollte es wohl einen Roller-Verleih geben. Als wir ankamen sagte Marco nur: „Mhhhh Mist, keine Automatik-Roller!.“ Da er nie mit diesen „manuellen“ Dingern gefahren ist, war ihm das hier in den Bergen zu heikel. Okay, ein neuer Plan musste nun her.

Geführte Touren wurden zu der Tageszeit nicht mehr angeboten und so sahen wir und schon fast wieder im Hotel abhängen. Dann überlegten wir weiter. Wir gingen zu einem Taxifahrer und fragten ihn, was es wohl kosten würde, bis zu den Teeplantagen zu fahren. Er verlangte „nur“ 30 MYR (knapp 6 Euro) und so ging die Fahrt los. Nach circa 20 Minuten erreichten wir die Felder der BOH Tea Plantation. Schon die Anfahrt war der Hammer. Es ging bergauf und bergab durch die Felder, alles erstrahlte in einem wundervollen grün!


Hautnah die Teeproduktion erleben

Am Ziel angekommen, konnten wir direkt selbstständig ohne Guide durch die Produktionshallen laufen – das war ziemlich interessant (alles kostenlos). Hier bekam man einen guten Eindruck davon, wie die ihren Tee anbauen, ernten und verarbeiten. Nachdem wir durch die Fabrik gelaufen sind, schlenderten wir noch ein paar Minuten durch die Ausstellung. Marco ist meistens der Leser, während ich lieber der Gucker bin. Ich mache dann Fotos von Fotos – cool oder? Außerdem vergesse ich ständig wieder alles. Ich habe mir alle Infos zum Anbau, Verarbeitung und der Ernte von dem Tee durchgelesen. Glaubt Ihr, ich kann mich auch nur ansatzweise noch an die Infos erinnern? Fragt da am besten mal Marco, wenn Ihr was wissen möchtet!


cameron-highlands-malaysia-teeplantage-factory


Am Ende aßen wir dann noch auf der Besucherterrasse ein Stück Kuchen und tranken einen Tee – natürlich mit diesem fantastischen Blick auf die Felder! Anschließend wurde es Zeit für die Heimreise, nicht mit dem Taxi sondern zu Fuß! Mit dem Taxi fahren kann jeder! Ich mampfte in Ruhe meinen Kuchen auf, da ich irgendwie Angst hatte, auf dem langen Weg zu verhungern. 6 Kilometer! Das ist eine halbe Ewigkeit! Das sind 15 große Runden um einen Sportplatz! 15! Stell dir mal vor, du gehst 15 Runden im Kreis! Damals im Sportunterricht war das genauso so beliebt wie das Tafelputzen.


Teeproduktion-cameron-highlands-malaysia


Bei der Kulisse war der Rückweg aber ein absolutes Highlight. Auf den Bildern kommt es gar nicht so schön rüber irgendwie aber es war wirklich einzigartig! Habe ich schon erwähnt, wie grün es überall war? Wie lecker die Luft roch? Wie schön es war die Augen zu schließen und nichts zu hören, sondern nur zu fühlen und zu riechen? Es fehlte nur noch ein Wanderstock und ein leckeres Picknick mitten in den Feldern.


cameron-highlands-malaysia-teeplanatge-felder


Cameron Highlands und Erdbeerplantagen

Auf unserem Weg kamen wir an einigen Farmen vorbei und an vielen Ständen, wo man Obst, Gemüse und Getränke kaufen konnte. So war der Rückweg eigentlich ziemlich abwechslungsreich. An der Straße sahen wir irgendwann ein Schild mit der Aufschrift „Pick your own Strawberries!“ Das machte uns natürlich neugierig und so marschierten wir direkt rein. Wir bekamen eine kleine Plastik-Schale und konnten uns einen halben Kilo Erdbeeren frisch vom Strauch abschneiden. Die Farben – also wir haben noch nie perfektere Erdbeeren gesehen.


cameron-highlands-felder-erdbeeren-pfluecken


Und der Geschmack erst einmal! Das war einfach nur HIMMLISCH. Eigentlich war es verboten, währen dem Pflücken auch Erdbeeren zu naschen. Ich sag nur soviel, wir fühlten uns wie kleine Kinder die heimlich Süßigkeiten genascht haben. Wir konnten der Versuchung einfach nicht widerstehen! Und so sah man unsere Köpfe immer wieder verschwinden und schwubbs – landete wieder eine Erdbeere nach der anderen direkt im Mund. Na wo kam die denn her? #lebenamlimit!


cameron-highlands-malaysia-erdbeeren-planatagen


Wir bekamen einfach nicht genug – an einem anderen Stand kauften wir dann noch mehr Erdbeeren. Schon seit einer Ewigkeit hatten wir Lust auf Erdbeeren, nun hatten wir endlich welche gefunden! Der Rückweg war also wie eine reine Fressorgie. Aber Ihr glaubt ja gar nicht, wie lecker die waren – und nicht einmal teuer. In anderen Ländern waren Erdbeeren immer sau teuer, hier zahlten wir für ein halbes Kilo 4 Euro, für eine kleine Schale sogar nur 2 Euro. Und man muss betonen: die Dinger kommen direkt vom Feld, frisch geschlüpft sozusagen!


Weiter geht’s nach Ipoh

Irgendwann kamen wir wieder in der Unterkunft an, waren dann aber auch fix und fertig. Die Beine taten weh, der Rücken schmerzte. Nun half nur noch eine warme Dusche und trockene, saubere Sachen. Wir gingen dann wieder nur die Treppe herunter und aßen wieder beim Chinesen etwas Reis, Curry, Ei und Chicken. Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit dem Bus auch schon wieder weiter – nächster Halt: Ipoh.

Was genau wir in Ipoh wollten, wussten wir gar nicht. Wir hatten Lust auf ein paar entspannte Tage ohne viel Sightseeing. Was wir dann in Ipoh erlebten, erfahrt ihr bald hier auf unserem Blog! So viel sei gesagt: Es war der Wahnsinn!


Das könnte Dich auch interessieren:

TAGS
2 Comments
  1. Antworten

    Nicole

    Februar 13, 2016

    Ach toll… Bei der BOH Teeplantage war ich auch damals vor 4 Jahren. Wir sind damals quer durch die Cameron Highlands mit dem Mietauto durchgedüst. Bin noch bis heute von den leuchtend grünen Teeblättern begeistert. Habt ihr euch auch Tee mitgenommen?

    • Antworten

      Marco

      Februar 14, 2016

      Hallo Nicole, danke für deine Nachricht!

      Gab es bei dir auch schon die geniale Besuchertrasse? Wenn man dort den Ausblick genießt schmeckt der Tee gleich noch leckerer 🙂
      Und ja natürlich haben wir uns auch Tee mitgenommen, ich als leidenschaftlicher Teetrinker hatte auch keine andere Wahl!

      Liebe Grüße!

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Mit Absenden des Kommentars verarbeiten wir deine persönliche Daten wie Name, E-Mail-Adresse und IP-Adresse. Weitere Informationen siehe Datenschutzerklärung

*