Reisegefühle

Alleine reisen – Julia von Globusliebe im Interview

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Alleinre reisen – das mag für den einen oder anderen von Euch unvorstellbar sein. Immer wieder bekommen wir die gleichen Mails: „Ich traue mich nicht alleine zu reisen“ oder „Ich habe Angst vor Einsamkeit“ oder „Ich bin vielleicht noch nicht bereit, habe einfach nicht den Mut„. Wir reisen gemeinsam, sind also fast 24/7 zusammen. Dennoch können wir uns auch vorstellen, alleine zu reisen. Da denken wir heute ganz anders darüber, als noch vor 2 oder 3 Jahren. Das Leben ist zu kostbar um auf irgendetwas zu warten! Schnapp‘ dir dein Leben und fülle es mit Farbe, mit Geschichten und ganz viel Lebensfreude!


Weltenbummlerin Julia von Globusliebe

Um dir Mut zu machen, dich zu motivieren und dir einen Anstoß zu geben, haben wir uns umgehört und einige Weltenbummler zu diesem Thema befragt. Den Anfang macht Julia von Globusliebe. 2009 hängte sie ihren Vollzeit-9-to-5-Job an den Nagel um ihre Träume zu verwirklichen. Erst studierte sie auf Bali, danach arbeitete sie auf Kreuzfahrtschiffen. 2014 wagte Julia dann den Schritt in die Selbstständigkeit, welchen sie bis heute nicht bereut. Sie bereist die verschiedensten Länder dieser Welt, arbeitet von unterwegs und folgt dabei immer ihrem Herzen. Bisher war Julia schon in 50 Länder dieser Erde. Willkommen an Bord Julia! ♡


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Julia vom Reiseblog Globusliebe

1. Alleine reisen – ein spannendes Thema. Wie war es bei dir? Was war der Auslöser, dass du irgendwann einfach alleine losgezogen bist?

Den Mut haben, ganz alleine durch die Welt zu reisen, das war schon lange ein großer Traum von mir. Schon mit 16 bewunderte ich die Mädels, die nach dem Abi alleine für ein Jahr nach Australien reisten. Der große Drang nach Freiheit, diese Sehnsucht nach dem Unbekannten und der Reiz, mich alleine durchzuschlagen, waren die Auslöser, die mich zu meiner ersten große Single-Reise führten: 3,5 Monate Neuseeland.


2. Hattest du Angst und Bedenken, alleine auf Reisen zu gehen? Was hat deine Familie dazu gesagt?

Ehrlich gesagt hatte ich damals nicht viel Zeit, um mir Gedanken darüber zu machen, auf was ich mich da einlasse, denn genervt von einem langweiligen Bürojob, habe ich mich sehr spontan dazu entschlossen, endlich alleine loszuziehen. Ich habe den erstbesten Flug gebucht, am nächsten Morgen meinen Job gekündigt und vier Wochen später saß ich schon im Flieger. Erst als ich in Auckland gelandet bin, kamen Zweifel. Ich stand völlig alleine in dieser Stadt auf der anderen Seite des Erdballs, hatte weder ein Rückflugticket noch irgendwelche Pläne, wollte alles auf mich zukommen lassen und sehen, wohin mein Weg mich führt. Das machte mir anfangs schon ein wenig Angst.


3. Hattest du bei all deinen Reisen jemals Probleme in einem Land, weil du alleine unterwegs warst? Oder verlief immer alles reibungslos?

In Neuseeland bin ich teilweise alleine getrampt. Da gab es ein paar Mal etwas brenzliche Situationen, wo mich verrückte Menschen mitgenommen haben, bei denen ich besser nicht eingestiegen wäre. Einmal saß ich zum Beispiel neben einem völlig zugekifften Wildschweinjäger, der den kompletten Kofferraum voller Waffen hatte, plötzlich eine Vollbremsung hinlegte, mich grundlos anschrie und dann mitten in der Pampa aus dem Auto warf (Bericht über die Horror-Wanderung hier).

Ein anderes Mal habe ich mich beim Wandern in den Bergen verlaufen und bin ziemlich verzweifelt herumgeirrt. Das war der absolute Horror! Aber im Großen und Ganzen lief bisher zum Glück alles gut. 


4. Viele haben Angst vor der Einsamkeit. Wie war es bei dir? Hast du dich auch mal einsam gefühlt auf deinen Reisen?

Obwohl ich ganz gut alleine sein kann, habe ich mir auf Reisen oft gewünscht, die schönen Momente mit jemandem teilen zu können, den ich mag. Besonders wenn man zum Sonnenuntergang an einem schönen Strand sitzt oder sich über eine herrliche Aussicht auf einem Berggipfel freut, dann finde ich es tausendmal schöner, diese Erlebnisse gemeinsam zu genießen.


5. Unterwegs keine Freunde finden! Was denkst du darüber? Ist es schwierig, auf Reisen in den Kontakt mit anderen zu treten?

Auf Reisen ist man eigentlich nie wirklich alleine. Übernachtet man in Hostels oder Guest Houses trifft man immer auf Gleichgesinnte, die Anschluss suchen, sei es beim Frühstück, im Schlafsaal oder bei den angebotenen Kneipentouren und Ausflügen. Manchmal ging mir das sogar auf die Nerven, denn nach einer Weile hatte ich die Schnauze voll von den vielen Kennenlern-Smalltalks mit den immer gleichen Fragen und Antworten. Ich habe mich dann öfters zurückgezogen, war alleine wandern und wollte bewusst Zeit mir mir selbst verbringen.


6. Welche Tipps kannst du den Leuten mit auf den Weg geben, die sich nicht trauen oder noch Angst vor Veränderungen haben?

Das Leben ist leider viel zu kurz, um abzuwarten. Nimm deinen Mut zusammen, stürze dich kopfüber ins Abenteuer und folge deinem Herzen! Du wirst es garantiert nicht bereuen.


7. Viele Momente hättest du sicherlich nie erlebt, wenn du nicht einfach losgezogen wärst. Kannst du uns einen dieser Momente verraten? Ein Moment, der für immer unvergessen bleibt? 

Es gab unendliche viele magische Momente, die ich nie erlebt hätte, wenn ich nicht losgezogen wäre. Eines der allerschönsten Erlebnisse war der 2,5 Monate lange Roadtrip entlang der Ostküste von Australien. Ich war damals mit meiner Schwester in einem klapprigen Hippievan unterwegs, wir liefen morgens barfuß zum Sonnenaufgang an den Strand, frühstückten unter Palmen und lebten jeden Tag so wie er gerade kam. Ohne Handy und Internet genossen wir die Freiheit und das Gefühl, im Hier und Jetzt zu sein, ohne an Morgen denken zu müssen. Es war der beste Sommer unseres Lebens!


Wie du siehst ist es gar nicht so schlimm, einfach mal alleine loszuziehen. Viele andere vor dir haben es gemacht und bis heute nicht bereut. Man kann noch so viel planen und organisieren, am Ende kommt meist doch alles anders als man denkt. Genau wie Julia es schon sagte: „Das Leben ist leider viel zu kurz, um abzuwarten!“ 


Auf unserer Seite “Kunterbunt” findest du weitere Interviews und Beiträge, die irgendwie aus der Reihe tanzen. Dort findest du u.a. auch unsere Jahresrückblicke, unser großes FAQ und die Geschichte, wie wir uns eigentlich kennengelernt haben.

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