Reisegefühle

Alleine reisen – Nina von Good Morning World im Interview

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Alleinre reisen – heute geht es in die letzte Runde unserer ersten Reiseblogger-Talk-Runde. Viele von Euch reisen alleine oder haben es zumindest vor. Dabei sind nicht alle sofort mutig, um alleine ins Ungewisse zu springen. Die einen trauen sich nicht, die anderen haben Angst, sind vielleicht einfach noch nicht bereit für ein Abenteuer. Einige reisen aber erst gar nicht, weil sie denken, alleine würde es langweilig oder gar gefährlich sein. Fehlanzeige! Auch alleine reist es sich unglaublich gut. Unsere Zeit ist doch am Ende viel zu kostbar um die ganze Zeit auf etwas zu warten. Schnapp dir deinen Rucksack, nimm‘ den Flieger, den Bus oder Zug und stürze Dich ins Abenteuer!


Weltenbummlerin Nina von Good Morning World

Um dir Mut zu machen, dich zu motivieren und dir einen Anstoß zu geben, haben wir uns umgehört und einige Weltenbummler zu diesem Thema befragt. Nina und Melanie nehmen Euch auf ihrem Blog „Good Morning World“ mit in die unterschiedlichsten Länder dieser Welt – ganz egal ob Bolivien, Peru, New York, Karibik, Asien, Afrika, Europa oder Antarktis. Besonders angetan ist Nina allerdings von Island, Südafrika und Bali. Heute verrät uns Nina ihre besten Tipps zum Thema „Alleine reisen“. Willkommen an Bord Nina! ♡


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Die liebe Nina von Good Morning World

1. Alleine reisen – ein spannendes Thema. Wie war es bei dir? Was war der Auslöser, dass du irgendwann einfach alleine losgezogen bist?

Das erste Mal komplett alleine war ich drei Wochen auf Bali. Ich bin zuvor drei Monate mit einer Freundin gereist, nachdem ich meinen Agenturjob gekündigt hatte und entschied mich, anschließend noch ein bisschen Zeit mit mir selbst zu verbringen bevor es zurückgehen sollte. Die beste Entscheidung überhaupt! Ich habe mich in der kurzen Zeit so viel mehr getraut und fand es u.a. auch nicht mehr komisch, alleine im Restaurant zu sitzen. Ich habe mich selbst besser kennengelernt und herausgefunden, was ich brauche, um glücklich zu sein und um mich gut zu fühlen.

Nach diesem Experiment war ich unter anderem zwei Monate in Südamerika allein unterwegs, zwei Monate in Indonesien und einen Monat in Malaysia.


2. Hattest du Angst und Bedenken, alleine auf Reisen zu gehen? Was hat deine Familie dazu gesagt?

Natürlich hatte ich Herzklopfen, als ich meinen Flug gebucht und später in den Flieger gestiegen bin. Aber ich bin ein relativ gut organisierter Mensch und hatte zumindest für die ersten Tage immer alles fix gebucht, um die Reisen unbeschwert und voller Vorfreude beginnen zu können. Meine Neugier auf ferne Welten hat Angst und Bedenken beiseite geräumt.

Meine Familie hat mich immer voll unterstützt. Sie wussten, wenn sich das Kind etwas in den Kopf gesetzt hat, wird sie es so oder so machen. Aber es fühlt sich natürlich immer besser an, wenn man Rückendeckung von der Familie hat. Ich finde eigentlich auch, dass es kein wirklich schlagkräftiges Argument gibt, das gegen eine solche Reise sprechen könnte.


3. Hattest du bei all deinen Reisen jemals Probleme in einem Land, weil du alleine unterwegs warst? Oder verlief immer alles reibungslos?

Ich hatte wirklich gar keine Probleme. Mir wurde einmal auf Bali aus dem Roller das Handy geklaut, aber sonst gab es keine besonderen Zwischenfälle. Ich habe mich auch nie unwohl gefühlt, auch nicht in Südamerika. Die Menschen sind alle unglaublich freundlich und hilfsbereit und haben mir ein sicheres Gefühl vermittelt. Natürlich habe ich mich aber an Ratschläge und Tipps gehalten, wie z.B. in Südafrika oder Südamerika nicht alleine spät nachts herumzulaufen, um mich nicht unnötig in eine unangenehme, kritische oder gar gefährliche Situation zu bringen.


4. Viele haben Angst vor der Einsamkeit. Wie war es bei dir? Hast du dich auch mal einsam gefühlt auf deinen Reisen?

Natürlich gibt es diese Situationen, und sie sind auch wichtig. Denn damit umzugehen, bedeutet zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. In Momenten der Einsamkeit habe ich herausgefunden und gelernt, was meine Stimmung wieder hebt und Traurigsein vertreibt. Sei es mit einem lieben Menschen von zuhause zu telefonieren, an den Strand zu fahren oder mir einfach nur ein riesiges, sündiges Dessert zu gönnen.

Besonders schlimm ist Einsamkeit, oft gepaart mit Heimweh, bei mir dann, wenn ich krank bin. Da fühlt man sich einfach mies, und es gibt niemanden, der einem gut zuredet oder mal die Hand tätschelt und sagt „Morgen wird es schon besser sein.“. Natürlich habe ich da auch mal die eine oder andere Träne vergossen, aber das geht vorbei.


5. Unterwegs keine Freunde finden! Was denkst du darüber? Ist es schwierig, auf Reisen in den Kontakt mit anderen zu treten?

Es ist nirgendwo einfacher, mit Leuten in Kontakt zu treten, als auf Reisen. Denn den meisten geht es ja nicht anders. Sie sind auch auf der Suche nach Austausch und potentiellen Kandidaten für gemeinsame Aktivitäten. Ich persönlich bin nicht mehr so der Hostel-Typ, lerne dafür aber auf Touren, im Bus oder Coworking-Space neue Leute kennen.

Natürlich kostet es immer ein bisschen Überwindung, jemanden anzusprechen, aber ich bin noch nie auf Ablehnung gestoßen. Wenn du offen bist, sind es die anderen auch. Und wer wirklich noch zu viel Respekt vor dem Alleinreisen hat, der kann es ja erst einmal mit einer organisierten Reise in einer kleinen Gruppe probieren. Hierfür gibt es mittlerweile immer mehr gute Anbieter.


6. Welche Tipps kannst du den Leuten mit auf den Weg geben, die sich nicht trauen oder noch Angst vor Veränderungen haben?

 Ich habe vor meiner ersten großen Reise viel über dieses Thema gelesen und mir intensiv Gedanken darüber gemacht, ob das wirklich etwas für mich ist oder nur ein wager, nicht realisierbarer Wunschtraum. Aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto sicherer wurde ich mit meiner Entscheidung. Und ich kann behaupten, mit meiner 4-monatigen Auszeit hat sich mein Leben komplett verändert und zwar nur zum Positiven.

Ich bin durch das Reisen ein anderer Mensch geworden, für den sich auch beruflich völlig neue Türen geöffnet haben. Reisen inspiriert unendlich und lenkt das Leben in ungeahnte Bahnen. Es müssen ja auch nicht immer gleich mehrere Monate oder entfernte Länder sein. Langsam mit einem Trip in Europa herantasten oder vielleicht zuerst nur ein Wochenende allein in den Bergen ist für manche der Auslöser, Geschmack an dieser Art des Reisens zu finden.


7. Viele Momente hättest du sicherlich nie erlebt, wenn du nicht einfach losgezogen wärst. Kannst du uns einen dieser Momente verraten? Ein Moment, der für immer unvergessen bleibt? 

 Das ist ganz, ganz schwierig. Ein solcher Moment war sicherlich, als mich die Rezeptionistin meines Hotels in Melakka (Malaysia) fragte, ob ich nicht mit ihr und ihrem Freund später essen gehen will. Sie führten mich zu einem Streetfood Stand in einer versteckten Gasse, die ich sonst nie entdeckt hätte. Nach einem köstlichen, authentischen Essen unter ausschließlich Einheimischen fuhren sie mich noch drei Stunden durch die Stadt und erzählten dabei spannende Geschichten über ihre Heimat.

Aber auch meine Aufenthalte in zwei Homestays, in Thailand und bei einem der ältesten Völker Südamerikas am Titikakasee, werde ich nie vergessen. Ich habe mich sofort als Teil der Familie gefühlt und bin voll in ihr Leben eingetaucht. Und genau das ist das Besondere für mich am Alleinreisen, du erlebst alles viel, viel intensiver, und die Menschen begegnen dir offener, als wenn du zu zweit unterwegs bist!


Wie du siehst ist es gar nicht so schlimm, einfach mal alleine loszuziehen. Viele andere vor dir haben es gemacht und bis heute nicht bereut. Man kann noch so viel planen und organisieren, am Ende kommt meist doch alles anders als man denkt. Genau wie Nina aber schon sagte: „Reisen inspiriert unendlich und lenkt das Leben in ungeahnte Bahnen!“ 


Auf unserer Seite “Kunterbunt” findest du weitere Interviews und Beiträge, die irgendwie aus der Reihe tanzen. Dort findest du u.a. auch unsere Jahresrückblicke, unser großes FAQ und die Geschichte, wie wir uns eigentlich kennengelernt haben.

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